Aarau

Als Baumgötti bezahlen ist okay – ernten und Einfluss nehmen nicht

Götti eines Baumes werden? Das ist möglich – mehr als zu bezahlen liegt aber nicht drin.

Götti eines Baumes werden? Das ist möglich – mehr als zu bezahlen liegt aber nicht drin.

Der Stadtrat Aarau will kein gross angelegtes Programm für Baum- oder Park-Patenschaften. Das macht er in einer Stellungnahme zuhanden des Einwohnerrats klar.

In einer Anfrage hatte Einwohnerrat Pascal Benz für die FDP-Fraktion wissen wollen, wie der Stadtrat ein Baumgötti- oder Park-Paten-Programm einschätzt. Bei einem solchen könnten Private oder Firmen mit einer Spende für einen gewissen Zeitraum Götti oder Gotte eines Parks oder auch eines Einzelbaums werden. Benz schweben dafür gewisse Gegenleistungen vor; etwa die Einflussnahme auf die Gestaltung eines Parks oder auch das Pflücken von Lindenblüten bei seinem Baum.

«Es ist durchaus möglich, eine solche Patenschaft zu übernehmen», so der Stadtrat. Er macht aber klar: «Die Patin oder der Pate hat keinerlei Anspruch in irgendeiner Form. Die Baumgattung und der Standort werden von der Stadt bestimmt.» Möglich sei es, das finanzielle Engagement auf einer Plakette im Park festzuhalten, sofern diese den städtischen Vorgaben entspreche.

Jedoch sei es schwierig umzusetzen, dass die Paten Einfluss auf die Gestaltung der Grünanlagen nehmen könnten, wie von Pascal Benz angeregt. Einerseits plane die Stadt derzeit keinen neuen Park, andererseits sei – wo es Gestaltungspläne brauche – sowieso eine Mitwirkung der Öffentlichkeit vorgesehen. Und von der Mithilfe bei – und Teilhabe an – der Ernte hält der Stadtrat nichts. Damit seien Haftungsfragen verbunden, argumentiert er.

Zweifel am Verständnis der Laien

Generell hält der Stadtrat fest, dass die Pflege oder die Bezahlung der städtischen Anlagen eine «enorme Kontinuität» und «Fachwissen vonseiten der Trägerschaft» voraussetze. «Nicht-Fachleute können dazu neigen, möglichst rasch Ergebnisse erzielen zu wollen und richten womöglich ihren Fokus nicht auf langfristige, ökologische und somit nachhaltige Pflege und Ziele aus.»

Grosser administrativer Aufwand

Bis zum Hauptziel von Benz’ Anfrage – dass «die Pflege und der Unterhalt der öffentlichen Grünflächen mit der Zeit gänzlich von privaten Liebhabern der Grün-Stadt Aarau getragen werden» – ist es laut Stadtrat «ein weiter Weg, der dem Recht auf uneingeschränkten Zugang zu öffentlichen Einrichtungen unter Umständen zuwiderläuft und nur durch ein Reglement gesichert werden kann (Anspruchs- und Erwartungshaltung der Sponsoren)». Der grosse administrative Aufwand könne nicht im Sinne der FDP sein, so der Stadtrat. (nro)

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