In der Pelzgasse sang der Jodlerklub Beinwil von schöner Bergwelt und Heimatliebe. Kaum erreichte man die Kronengasse, ertönten die Klarinetten- und Örgeliklänge der Kapelle Wasserfluh, in der Rathausgasse unterhielten die Mändigörgeler das Publikum und wenn die Besucher in Richtung Kirchplatz marschierten, hörten sie von weitem das Ständchen der Jodlerfründe Aaretal Olten.

«Es tönt von überall her»

Die Stadtstubete verwandelte am Samstagabend die Aarauer Altstadt in eine riesige Konzertbühne für die verschiedensten Arten von Volksmusik. Dies gefiel Ständerätin Christine Egerszegi besonders gut. «Es ist schön, dass es von überall her tönt», meinte sie bei ihrer Ankunft und wollte an diesem Abend vor allem die Atmosphäre der Veranstaltung geniessen.

Das hatten auch die vielen Besucherinnen und Besucher vor. Schon zu Beginn der Veranstaltung fand sich kaum noch ein freies Plätzchen auf dem Kirchplatz und auch bei den andern Konzertorten füllten sich die Festbänke schnell. Die meisten Leute waren gekommen, um bei Bratwurst und Pommes frites einen unterhaltsamen Abend mit Freunden zu verbringen.

Wer nur die Musik geniessen wollte, musste sich nahe bei den Chören platzieren, um den Text der Jodlerlieder zu verstehen, denn rundherum wurde munter getratscht. Der Lärmpegel störte die Aktiven jedoch nicht. «Wir singen trotzdem konzentriert», erklärten die Mitglieder des Jodlerklubs Aarau.

Entstanden ist die Stadtstubete im Jahr 2005 nach dem Eidgenössischen Jodlerfest. Auch die heurige Austragung stand im Zusammenhang mit einem Grossanlass, nämlich dem Eidgenössischen Volksmusikfest, das im nächsten Jahr ausgetragen wird. «Wir werden dort auch Volksmusik aus verschiedenen Ländern präsentieren», erklärte OK-Präsidentin Christine Egerszegi.

Einen Vorgeschmack darauf gab die Schwyzerörgeli-Grossformation Wynau. Sie spielte nicht nur Schweizer Ländlermusik, sondern auch Tangos, Country, Foxtrott und zum Abschluss den Radetzky-Marsch. Vielbeklatschte Auftritte hatten auf der Haupttribüne auch die Alphorngruppe Biberstein, der Jodlerklub Kölliken sowie die bekannte und in Aarau überaus beliebte Blaskapelle Rhybuebe.

Spontane Konzerte

Auch auf den übrigen Bühnen gab es Leckerbissen wie die SQ d’Wätterhäxe, die Stubete Höckler oder die Schwyzerörgeli-Fründe Ramsflueh zu hören. Immer wieder formierten sich in den Gassen spontan Musiker zu einem lüpfigen Ständchen, mitten im Publikum stimmten ein paar Sänger einen Jutzer an.

Als die Säntisfeger auf der Hauptbühne aufspielten, war auf dem Kirchplatz kein Durchkommen mehr. Auch wenn einige Ländlerfreunde monierten, diese Band spiele nicht Volksmusik, sondern Schlager, zu laut sei es und zu viele Geräte involviert: Das Publikum war begeistert. Es klatschte, schunkelte und sang ergriffen «All’s was bruchsch uf dr Welt».