Oberentfelden

Alles oder nichts: Für «The Voice of Oberentfelden» gibt es nur die eine Chance

Alain Boog nimmt beim Klavierspielen auch mal die Füsse zur Hilfe. Emanuel Freudiger

Alain Boog nimmt beim Klavierspielen auch mal die Füsse zur Hilfe. Emanuel Freudiger

Alain Boog (30) aus Oberentfelden singt am Samstagabend während 90 Sekunden um einen Platz bei der neuen Staffel der Schweizer Castingshow «The Voice of Switzerland».

Die A2 hat Alain Boogs Leben nachhaltig geprägt. Nicht die Autobahn, nein, die Tastenkombination auf der Jukebox in der elterlichen Stube. Drückte man die A2 kam Boney M. – und Baby Alain hockte zufrieden in seinem Hochstuhl. Heute ist Alain Boog 30 Jahre alt. Die Jukebox gibt es längst nicht mehr, Tasten drückt er aber noch immer gern.

Seit 25 Jahren spielt er Klavier, manchmal sogar mit den Füssen. Die meisten Wochenenden verbringt er mit einer seiner zwei Bands «Bluestonique» und «Groove Connection» auf irgendwelchen Bühnen. Und seit Kurzem arbeitet er bei Musik Hug in Basel als Konzertflügel- und Pianoverkäufer. Damit lebt er zwar von der Musik, aber nicht in dem Sinne, wie es sich der Vollblutmusiker seit seiner ersten Klavierstunde mit fünf Jahren wünscht.

Das könnte sich jetzt ändern: Am Samstagabend startet die neue Staffel «The Voice of Switzerland» – und mittendrin steht Alain Boog. «Ich möchte endlich als Musiker Fuss fassen können», sagt er. Und das funktioniere in der Schweiz leider meist nur über grosse Plattformen mit entsprechender Aufmerksamkeit.

Black Water Blues - Groove Connection by Alain Boog

Hoch hinauf – tief hinunter

Verkauft ein Musiker mit einem Auftritt bei einer Castingshow nicht seine Seele? Boog nickt und lacht, auch er habe erst gezögert. «Wenn man in einer Castingshow mitmacht, kann man ganz schnell ganz oben sein. Aber man muss sich bewusst sein, dass man genauso schnell wieder in der Versenkung verschwinden kann.» Mit dem Format von «The Voice of Switzerland» habe er sich aber wohlgefühlt. «Da spielt die Frisur, die Figur keine Rolle, da fragt keiner nach einem Schicksalsschlag, der dich zum Quotenfänger macht. Was zählt, ist einzig das Talent.»

Denn anders als bei Formaten wie «Deutschland sucht den Superstar» oder «Musicstar» treten die Kandidaten bei «The Voice of Switzerland» zu Beginn nicht direkt vor die Jury; die Jury, bestehend aus Stefanie Heinzmann, Stress, Marc Sway und Philipp Fankhauser, sitzt bei den «Blind Auditions» mit dem Rücken zu den Kandidaten. Überzeugt die Stimme, drehen sich die Coaches um. Jeder Coach stellt sich ein Team von zehn Sängerinnen und Sängern zusammen, die er auf dem Weg ins Finale begleitet.

Lange vor dem Spiegel

Nach einem Bewerbungsvideo und zwei Vorcastings stellt sich Alain Boog nun also vor die vier roten Rückenlehnen. Der Auftritt auf einer solchen Bühne, mit Kameras in allen Ecken und mit dem Wissen, dass in den Ohrensesseln vier der erfolgreichsten Schweizer Musiker sitzen und innert 90 Sekunden über seine Zukunft entscheiden, treibt auch einem routinierten Bühnengänger wie Alain Boog den Schweiss auf die Stirn.

Und erst die Kleiderwahl: «Ich bin unglaublich lang vor dem Spiegel gestanden», sagt er und zuckt fast entschuldigend mit den Schultern. «Man muss doch eine gute Falle machen, sollte sich einer der Coaches umdrehen.» Ob sich der Aufwand vor dem Spiegel gelohnt hat – am Samstagabend wird das Geheimnis gelüftet.

The Voice of Switzerland 1. Sendung am Samstag, 20.10 Uhr, auf SRF 1

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1