Als die Bibersteiner 1911 ihr erstes Wasserreservoir in Betrieb nahmen, wurde dies mit einem Jugendfest gefeiert. Nun, 100 Jahre später, gibt die Einweihung des neuen Reservoirs Platte immerhin Anlass für einen Tag der offenen Türen.

In seiner Ansprache betonte Gemeinderat Martin Hächler, dass die Errichtung vor 100 Jahren ein Meilenstein in der Geschichte des Dorfs gewesen sein muss. Mit der heutigen Technologie ein Wasserreservoir zu errichten, sei noch verhältnismässig einfach. «Aber damals war es bestimmt nicht ganz einfach», sagte er. Trotzdem hofft er, in 100 Jahren könne man auch sagen, man hätte 2011 mit dem neuen Reservoir einen Meilenstein gesetzt.

Mit der neuen Anlage wird gesichert, dass 40 Prozent des Wassers in Biberstein nicht in die Haushalte gepumpt werden müssen, sondern mit dem natürlichen Höhendruck hinabfliessen. Die so genannte Niederzone des Dorfs wird direkt ab dem neuen Reservoir mit seinen zwei Speicherkammern von je 150 Kubikmeter Volumen bedient. Das Wasser für die Hochzone Bibersteins wird vom Reservoir Platte auf das Reservoir Exerzierplatz gepumpt, welches sich im Wald nordöstlich der Feuerstelle oberer Berg befindet. Von dort aus gelangt das Wasser zu den übrigen Haushalten im Dorf.

Mit Küttigen verbunden

Ebenfalls erneuert wurde die über 30 Jahre alte Fernsteueranlage. Allfällige Ersatzteile der alten Anlage und des alten Reservoirs wurden dem Nachbardorf Küttigen gegeben, der Rest wurde entsorgt. Das Bibersteiner Wasserversorgungsnetz ist auch unterirdisch mit dem Netz in Küttigen verbunden – für den Fall von Wassermangel. Biberstein ist aber in seiner Wasserversorgung eigenständig.

«Das Wasser in Biberstein ist aber besser als das in Küttigen», bekräftigten zwei selbst deklarierte «Wasserfreaks», welche die Anlagen besichtigten. Trotzdem muss in Biberstein eine UV-Entkeimungsanlage eingesetzt werden, damit der vom Kanton vorgeschriebene Grenzwert an Keimen sicher eingehalten wird. Das Wasser wird ab der Quelle kanalisiert und fliesst anschliessend durch ein Rohr, in dem drei UV-Licht-Stäben es beleuchten und auf diese Weise entkeimen. Erst danach wird das Wasser in die Wasserkammern oder in das obere Reservoir hineingelassen.

Ein Drittel dient als Löschreserve

Interessierte konnten in einen Rundgang die Quellfassung «Im Leimen» besichtigen und in das 1972 erbaute Reservoir Exerzierplatz hineinschauen. Dieses hat mehr als drei Mal so viel Speichervolumen wie das Reservoir Platte. Rund ein Drittel davon dient als Löschreserve für die Feuerwehr. Insgesamt stehen 98 Hydranten in Biberstein und über 11 500 Meter Wasserrohr sind im Dorfgebiet verlegt – ein Hydrant pro 14 Bibersteiner, oder 8 Meter Rohre pro Einwohner.

Zahlen, welche die Besucher am Tag der offenen Türen beeindruckten. «Man ist es sich so gewohnt, zu Hause einfach den Wasserhahn aufzutun. Jetzt weiss man, was hinter dem Trinkwasser steckt», sagte eine Dame vor dem neuen Reservoir. Drinnen waren es vor allem Kinder, die begeistert um die vielen grossen Rohre und blauen Drehrädern rannten. Besonders staunten sie aber ab den grossen Kammern voller Wasser. Die Eltern hielten die Kleinen hoch, damit sie durch das kleine, runde Guckfenster in die grossen Tanks blicken konnten.

In der Biobadi konnten sich die Besucher anschliessend gratis mit Wurst, Brot und Getränken verpflegen. Dort waren auch Bilder von den verschiedenen Bauphasen der neuen Anlage ausgestellt.