«Ich bin ein Augenmensch», verriet die Aarauer Malerin Béatrice Bircher an der Vernissage zu ihrer Ausstellung in der Neuen Galerie 6 dem Publikum. Sie habe auf Reisen oder im Alltag häufig ein Skizzenbuch dabei, in dem sie Eindrücke festhält, die später im Atelier in ihre Werke einfliessen.

Neben vertrauten Sujets aus der Natur entdeckt man im jüngsten Querschnitt ihres Schaffens auch Kugelobjekte, zum Teil mit andalusischen Ornamenten, aber auch mit dem Thema Wasser, Blüten oder Wald. Immer häufiger verwendet Béatrice Bircher Mischtechniken, die sie selber austüftelt und die «wie Kochrezepte ein Geheimnis der Erfinderin bleiben». Auf den Bildern erscheinen Landschaften aus den Alpen, aus dem warmen Süden, aber auch aus der engeren Heimat, zum Teil als klassische Aquarelle gemalt.

Breiten Raum nehmen Studien zu Federn, Blättern oder Blüten ein, «ein Hauch von Abschied und Vergänglichkeit, aber auch Zeichen neuen Lebens im Kreislauf der Natur», erklärte sie an der Vernissage im Zwiegespräch mit dem Galeristen Carlo Mettauer.

Lob für Kulturvermittler

Dieser erhielt im Rahmen einer regierungsrätlichen Grussbotschaft von Kulturminister Alex Hürzeler ein dickes Lob für seine nebenamtliche Tätigkeit als Kunstvermittler, notabene ohne staatliche Subventionen. Denn der Aargau sei mit «Galerien als Plattform für Ausstellungen» nicht gerade reich gesegnet. Hürzeler bekannte, dass er zwar nicht selber male, sich aber gerne «von Bildern inspirieren lässt» und besonders bei den Arbeiten von Béatrice Bircher die «Kreativität, die Leidenschaft und das Herzblut» zu schätzen weiss.

Der Vorsteher des Departementes Bildung, Kultur und Sport (BKS) war mit dieser Meinung offensichtlich nicht allein. Das Publikum drängte an der Ausstellungseröffnung in derart grosser Zahl in das Kellergewölbe an der Milchgasse in der Aarauer Altstadt, dass bald einmal Platznot herrschte. So wurde die Vernissage nicht nur zu einem Kulturereignis, sondern auch zu einem gesellschaftlichen Highlight des Wochenendes. Neben Alex Hürzeler sah man auch den Aargauer Baudirektor Peter C. Beyeler mit Gattin.

Mitten im Gedränge entdeckte man sogar den Zürcher SVP-Nationalrat Hans Fehr, der verwandtschaftliche Beziehungen zur Region Aarau hat. Und auch die Doyenne der Aargauer Kunstkritik, Cécile Laubacher, war extra für die Vernissage der Bircher-Ausstellung von Brugg in die Kantonshauptstadt gereist.

Die aktuelle Ausstellung in der Neuen Galerie 6 in Aarau dauert bis zum
24. März. Öffnungszeiten jeweils am Donnerstag von 18 bis 20 Uhr, am Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr.