Aarau
AKW-Protest 1978 und als der Bruder des Schah hier war: Wer erinnert sich?

Das Stadtmuseum sucht Personen, die sich an den Besuch des Bruders des Schahs von Persien, die Eidgenössischen Frauenturntage oder die Demonstration gegen AKWs in Aarau erinnern. Aus den Filmdokumenten soll eine Daueraustellung entstehen.

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Museum Schlösslli Aarau

Zwischen 1940 und 1994 hat ein firmeneigenes Filmteam der IBAarau (damals noch EWA) an Jugendfesten, Sportwettkämpfen, Dorfjubiläen, Demonstrationen oder Autorennen rund 350 16-mm-Filme und über 100 Videos gedreht. Im nächsten Frühling wird der Erweiterungsbau des Museum Schlössli eröffnet, dann soll diesem filmischen Erinnerungsspeicher einen eigenen Raum gewidmet werden in der neuen Dauerausstellung.

Wer entdeckt sich in den Filmen?

Weil die Filme nicht das Endprodukt sein, sondern bei den Besuchern Erinnerungen wecken sollen, sucht das Museum nun Personen, die ihre Erinnerungen an vier wichtige Aarauer Ereignisse erzählen: Es sind dies der Besuch des Bruders des Schahs von Persien im Jahr 1957, der erste Schultag im Aare- oder im Gönhardschulhaus 1965, die Eidgenössischen Frauenturntage in Aarau 1972 und die Demonstration gegen AKWs in Aarau anno 1978. Die Filme können mit den entsprechenden Stichwörtern auf dem Internetportal www.youtube.com geschaut werden.

Diese Erinnerungen werden zusammen mit dem Film in der Ausstellung gezeigt. So entstehe ein dichtes, vielschichtiges Bild dieser Ereignisse, so Kuratorin Dominique Frey. «Ziel ist es, nach und nach eine wachsende Auswahl an Filmen so zu dokumentieren, und zwar nicht nur zu Aarauer Ereignissen, sondern auch solchen aus der Region.»

Filmmaterial muss digitalisiert werden

Das Sammeln von Erinnerungen ist nur ein Aspekt. Dringend ist auch die Digitalisierung der Filme, nur so kann der Bestand langfristig gerettet werden. Das Stadtmuseum Schlössli Aarau initiiert das Rettungsprojekt zusammen mit der IBAarau und weiteren Partnern wie dem Memoriav, dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes der Schweiz.

Personen, die von diesen Ereignissen erzählen können oder sich in einem der Filme wiedererkennen, können sich bis zum 10. August bei Kuratorin Dominique Frey melden: 062 836 05 18 oder dominique.frey@aarau.ch. (az)