Aarau

Aeschbachhalle in Aarau wird sanierte Nostalgie

Die Aeschbachhalle 2017 mit Restaurant und Markt. Visualisierung KACP

Die Aeschbachhalle 2017 mit Restaurant und Markt. Visualisierung KACP

Eine alte Industriehalle soll das Herzstück des neuen Quartiers im Torfeld Süd in Aarau werden. Das Werbevideo ist publiziert, bevor vieles überhaupt feststeht. Der Film verspricht den Himmel auf Erden im neuen Quartier.

Die Geschichte geht so: Eine hübsche Frau sitzt in einem Designer-Sessel und blättert in einem Fotoalbum.

Die Frau in Paris, die Frau in Venedig und auch in New York. Dann hört sie Kinderlachen und hebt anmutig den Kopf.

Zu Musik von Streichern betritt sie eine alte Industriehalle, von Sonnenlicht durchflutet.

Das AQA-Werbe-Video des Aeschbach-Quartiers in Aarau

Das AQA-Werbe-Video des Aeschbach-Quartiers in Aarau

Sie blickt sich um und kommt zum Schluss: «Es muss nicht Venedig, New York oder Paris sein.» – Diese Botschaft wird in den Werbefilm für den geplanten Aarauer Stadtteil Torfeld Süd eingeblendet.

«Aeschbach Quartier Aarau», kurz AQA, soll das Quartier heissen, welches dem Immobilienunternehmen Mobimo gehört. Mobimo hat letzte Woche pünktlich zur Sprengung des Sprecherhofs auf demselben Areal im Torfeld Süd eine Internetseite mit Werbefilm aufgeschaltet.

Die Sprengung sei für das Unternehmen der offizielle Beginn der Bauphase gewesen, heisst es bei Mobimo. Also auch der Beginn für die Vermarktung.

Industriecharme konservieren

Die Frau im Film schreitet durch das neue Quartier, bestaunt das neue Hochhaus, begegnet glücklichen Kindern und steht am Ende wieder in der noch unsanierten Industriehalle der ehemaligen Schlosserei und Schmiede Aeschbach.

Der professionelle Werbefilm verspricht den Himmel auf Erden im neuen Quartier. Doch auch abgesehen vom PR-Jargon scheint die Industriehalle etwas Besonderes zu werden. Als «Herzstück» im 50 000 Quadratmeter grossen Quartier bezeichnet sie Mobimo.

Die Halle wurde 1910 gebaut, steht seit langem leer und ist einsturzgefährdet. Das Gebäude verströmt einen herben Charme aus Stahl und Backsteinen. Dieser soll für die neue Nutzung konserviert werden.

Der Hauptteil gehört zu den schützenswerten Bauten der Denkmalpflege und wird saniert. Eine Markthalle mit einem Restaurant und Café soll dort eingerichtet werden. Dafür gebe es schon diverse Interessenten, sagt Christine Hug von der Kommunikation der Mobimo.

Der übrige Teil wird neu gebaut mit einem Saal für Events, einem Foyer und zwei Ladenlokalen. Eine Filiale eines Grossverteilers ist laut Christine Hug nicht vorgesehen.

Das Gaiscenter nebenan bietet bereits verschiedene Geschäfte – und wird die neuen Kunden vom Aeschbachquartier gut brauchen können.

1350 Arbeitsplätze und 390 Haushalte werden entstehen. Mitten durchs Quartier verläuft ein Park, der den dichteren Teil von den Reihenhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern trennt. Der Name Aeschbachquartier soll für ein urbanes Dorf stehen und «Torfeld Süd» mit seinem Agglo-Flair verschwinden.

Keine Verzögerungen von aussen

Gestalter der Aeschbachhalle ist der Holländer Kees Christiaanse mit dem Architekturbüro KCAP. Die Halle und die Mehrfamilienhäuser sollen 2017 fertig werden, Mobimo hat den Start der Nutzung um ein Jahr nach hinten korrigiert. Nur Gastro Social soll schon 2015 ins neue Hochhaus einziehen.

Mobimo rechnet nicht mit Störaktionen oder einer Hallenbesetzung wie jener des Binz-Areals, welche momentan in Zürich hohe Wellen wirft. «Aarau ist ruhiger», sagt Hug. Die Party, welche Jugendliche vor drei Wochen in einem leerstehenden Haus an der Buchserstrasse veranstaltet hatten, sei friedlich verlaufen.

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