Zunächst musste Jagdaufseher Peter Müller am Freitagabend schon wieder ausrücken, weil ein Hund ein Reh, einen Jährlingsbock, gerissen hatte. «Eine uns bekannte Natur- und Tierfotografin hat das tote Reh am Freitagabend um etwa 17.30 Uhr im Suhret-Wald entdeckt», so Müller. Zu diesem Zeitpunkt sei es noch nicht lange tot gewesen, höchstens vier Stunden. Anhand des Biss- und Fressmusters komme nur ein Hund als Angreifer infrage. Es handelt sich um den zweiten Rehriss innert drei Wochen, definitiv eine aussergewöhnliche Häufung, betont Müller. Die Tatorte liegen auch nur ein paar Hundert Meter voneinander entfernt.

Dabei müssten Hundehalter vom 1. April bis zum 31. Juli auch im Wald oder auf Waldwegen ihre Tiere an der Leine führen – wegen der Brut- und Setzzeit. Aber längst nicht alle halten sich daran. «Es ist frustrierend», sagt der Jagdaufseher. Er hat nun eigenhändig Plakate angefertigt, mit denen er auf das Problem aufmerksam machen will. Und: «Ich habe die Regionalpolizei gebeten, regelmässig im Wald zu überprüfen, ob sich die Hundehalter an die Leinenpflicht halten. Vielleicht wirkt es, wenn mal ein paar Bussen ausgesprochen werden.»

Nachtbuben am Werk

Anzeige, etwa wegen Tierquälerei, habe man bei den beiden Rehrissen nicht gemacht. Zwar wäre es möglich, mittels DNA-Test den Täter zu ermitteln, das wäre aber aufwendig und teuer. Strafanzeige hat die Jagdgesellschaft allerdings wegen eines anderen Vorfalls erstattet: «Am Samstagmorgen mussten wir feststellen, dass einer unserer Hochsitze mutwillig zertrümmert wurde», so Peter Müller.

Kleinholz: Der Holzhochstand wurde umgeworfen und zertrümmert.

Kleinholz: Der Holzhochstand wurde umgeworfen und zertrümmert.

Die Jagdgesellschaft hatte bei einer Sozialinstitution zehn solcher einfachen Hochsitze für die Drückjagd gekauft und beim Jagdhaus in der Nähe der Kehrichtverbrennungsanlage Lostorf in Buchs zwischengelagert, bevor sie an die vorgesehenen Stellen verteilt werden. Von den sechs Hochsitzen, die noch dort standen, wurde einer umgeworfen und zerstört. Müller vermutet keine Jagdgegner, sondern Nachtbuben hinter der Tat. Die Deliktsumme ist zwar überschaubar, der Ärger bei den Jägern aber beträchtlich.