Densbüren
Aemethof liefert bald Strom aus Biogas und Photovoltaik

Die Betriebsgemeinschaft Synfarms produziert in Densbüren neben Milch und Fleisch bald auch elektrische Energie. Ende Februar soll die Biogas-Anlage auf dem Aemethof ans Netz gehen.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Grossbaustelle Aemethof: Die Erweiterungsbauten für die Biogas-Anlage sind weitgehend betoniert.

Grossbaustelle Aemethof: Die Erweiterungsbauten für die Biogas-Anlage sind weitgehend betoniert.

Toni Widmer

Das Projekt ist weit fortgeschritten. Gegen 5000 m Erde wurde bewegt, um Platz für die neuen Anlagen zu schaffen. Die Erweiterungen von Laufstall und Aussenanlage sind ebenso bereits betoniert wie das rund 1600 Kubikmeter (m) fassende Lager für die verarbeitete Biomasse.

«Der starke Schneefall hat uns zwar etwas beschäftigt, aber wir sind im Zeitplan», sagt Roland Nussbaum vom Aemethof in Densbüren. Demnächst beginnen die Zimmerarbeiten für die neuen Dächer und in wenigen Wochen wird auch der Fermenter geliefert, das Kernstück der Biogas-Produktion. Ende Februar, so hofft der innovative Landwirt, soll die grosse Biogas-Anlage ans Netz gehen.

Strom auch vom Dach

Gewonnen wird das Biogas aus Gülle und Mist, die auf dem Hof selber anfallen. Dazu kommen Pferdemist aus einem Partnerbetrieb sowie biologische Abfälle aus der Kaffee-, Gemüse- und Kräuterbonbon-Produktion. Das Kraftwerk auf dem Aemethof ist auf eine Leistung von knapp über 100 kW ausgelegt. Bei einer geplanten täglichen Produktionsdauer von 20 Stunden können jährlich zwischen 750000 und 800000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Das reicht für die Versorgung von ungefähr 150 Einfamilienhäusern.

Die produzierte elektrische Energie kann vorderhand der IBAarau geliefert werden. Mit ihr haben die Anlagebetreiber einen entsprechenden Abnahme-Vertrag abgeschlossen. Die IBAarau Kraftwerk AG wird auf dem Aemethof auch selber aktiv. Demnächst wird sie mit dem Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes beginnen, welche sie auch selber betreiben wird. Diese Sonnenenergieanlage leistet rund 115 kWp, was summiert über das Jahr in etwa dem Verbrauch von rund 25durchschnittlichen Wohnungen entspricht. Der Solarstrom soll bereits ab Ende Jahr fliessen.

Investitionen von 1,2 Mio. Franken

Die Biogas-Anlage auf dem Aemethof finanziert und betreibt Roland Nussbaum nicht alleine. Es ist ein Projekt der Betriebsgemeinschaft Synfarms, zu der neben Nussbaum auch Bruno Ackle, Ueken, Martin Hächler, Biberstein, und David Fankhauser, Herznach, gehören. Ebenfalls beteiligt ist Fritz Boss, Densbüren, der aber nicht Mitglied der Betriebsgemeinschaft ist. Gerechnet wird mit Investitionen von rund 1,2 Mio. Franken, dazu kommt sehr viel Eigenleistung, welche die Bauern erbringen.

Roland Nussbaum ist überzeugt, dass sich das Projekt aus ökonomischer und ökologischer Sicht lohnt. Die Anlage passt zum Bio-Betrieb. Bei der Gasproduktion werde Gülle, Mist und Rüstabfällen das als Klimagift verschriene Methan entzogen und verbrannt. Die Restgülle ist bei gleichbleibendem Düngewert somit deutlich umweltfreundlicher.