Kläranlage

Abwasserverband will bessere Koordination, damit Kläranlage nicht überfordert wird

Die Kläranlage in der Telli.

Die Kläranlage in der Telli.

Wenn es heute stark regnet und die Regenrückhaltebecken in der Region gefüllt sind, lassen alle Gemeinden gleichzeitig das Wasser ab. Dann kommt die Kläranlage in der Aarauer Telli an ihre Grenzen. Das soll sich bald ändern.

Wie viele Millionen Franken wurden wohl in den letzten 20 Jahren in Regenrückhaltebecken, Fangkanäle und leistungsstarke Abwasserkanäle investiert? Es muss eine horrend hohe Zahl sein, nur schon in der Region Aarau. Das Ziel dieser sogenannten «Sonderbauwerke» ist, möglichst alles Abwasser zu sammeln und geordnet der Kläranlage zuzuführen. Eine solche steht in der Aarauer Telli. Dorthin fliessen die Abwässer von 11 Gemeinden: Aarau, Biberstein, Buchs, Eppenberg-Wöschnau, Erlinsbach, Gränichen, Küttigen, Muhen, Oberentfelden, Suhr und Unterentfelden. Sie bilden gemeinsam den «Abwasserverband Aarau und Umgebung» (AVAU).

Im Jahr 2015 wurden in der Kläranlage 10 739 960 Kubikmeter Abwasser gereinigt. Und doch fliesst immer mal wieder Wasser ungereinigt in die Flüsse. Das Problem: Wenn heute ein sogenanntes «Starkregen-Ereignis» auftritt – wenns so richtig schüttet –, füllen sich die Sonderbauwerke in den einzelnen Gemeinden. Jede Gemeinde ist interessiert daran, ihre Becken so bald wie möglich wieder zu leeren, denn falls das nächste Gewitter schon im Anzug ist, will man gewappnet sein für die Fluten.

Wenn nun aber alle Gemeinden im Einzugsgebiet gleichzeitig die Schleusen öffnen, kommt so viel Wasser aufs Mal in die Kläranlage, dass diese damit überfordert ist. Am Ende gelangt so trotzdem wieder ungereinigtes Wasser in die Aare – dabei hatte man doch genau das mit dem Bau der teuren Rückhaltebecken verhindern wollen.

Damit das künftig nicht mehr passiert, soll der AVAU den Betrieb sämtlicher Sammelkanäle (von mehr als einer Gemeinde genutzt) und Sonderbauwerke im Einzugsgebiet übernehmen und koordinieren. Am Suhrer Infoforum vom Montagabend erläuterte Gemeinderat Thomas Baumann das Vorhaben.

Demnach bleiben sämtliche Anlagen im Eigentum der Gemeinden. Der AVAU übernimmt aber den Betrieb und die künftigen Investitionen. Das ganze geht mehr oder weniger kostenneutral über die Bühne: Zwar braucht der AVAU rund 130 Stellenprozente mehr (jährlich 200 000 Franken) und muss für die Unterhaltskosten aufkommen (250 000 Franken). Diese Kosten werden den Gemeinden belastet, die aber beim internen Aufwand sparen.

Für die Umstrukturierungen braucht es neue vertragliche Regelungen zwischen den Gemeinden und dem AVAU. Die Vorlage soll, wenn alles klappt, im Winter 2017 an die Gemeindeversammlungen kommen.

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