Aarau
Abschied vom Kantonsspital: Warum Franziska Roth Militärschoggi bringt

Das Kantonsspital Aarau hat den stellvertretenden CEO Andreas Huber verabschiedet. Gesundheitsdirektorin Franziska Roth schenkte ihm Militärschoggi und -guetzli. Was dahinter steckt.

Noemi Lea Landolt
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Die Nachwuchsförderung lag Andreas Huber am Herzen.

Die Nachwuchsförderung lag Andreas Huber am Herzen.

Sandra Ardizzone

Vor über 20 Jahren hat Andreas Huber die Leitung der Labormedizin des Kantonsspitals Aarau (KSA) übernommen. «Er hatte damals noch ganz schwarzes Haar», erinnert sich CEO Robert Rhiner.

Im Hörsaal des KSA begrüsste er am Donnerstagnachmittag die zahlreichen Gäste, die zum Abschiedssymposium von «Professor Doktor Huber» gekommen waren. Die vielen Redner liessen keinen Zweifel aufkommen: Andreas Huber ist beliebt. Als Chefarzt, Präsident der Ärztekonferenz, stellvertretender CEO und Geschäftsleitungsmitglied des KSA.

Auf Eishockey gewettet

Mit Elisabeth Winkler von der Cafeteria hat er Eishockey-Wetten abgeschlossen. Wenn «ihre Berner Giele» vom SCB gewannen, musste er eine Flasche Wein bringen, wenn sein ZSC gewann, umgekehrt.

Die Wegbegleiter lobten seine Dynamik und seine Begeisterungsfähigkeit. «Er hat Dinge durchgezogen und Menschen zusammengebracht», sagte etwa Hanspeter Killer, Chefarzt Augenheilkunde am KSA.

Neben der Forschung war ihm auch die Nachwuchsförderung ein grosses Anliegen. Sein erster Assistenzarzt Lorenz Risch, unterdessen selber Professor, schilderte, wie Andreas Huber ihn in sein Hotelzimmer zitierte, um mit ihm das englische Referat zu pauken.

«Ich habe den Vortrag am Schluss acht Mal gehalten», sagte Lorenz Risch.

Wolfgang Korte, Chefarzt und CEO des Zentrums für Labormedizin in St. Gallen, blendete in seinem Vortrag ein Foto von Andreas Huber ein und sorgte mit dem Beschrieb «das hat so etwas Barockengelhaftes» für Lacher.

Auch über die Kleidung des Professors wurde gelacht. Andreas Huber sei bekannt dafür, dass Kragen oder Kittel vor einem wichtigen Termin oft von jemandem zurechtgezupft werden mussten. Umso erstaunter waren die Gäste, wie perfekt der schwarze Anzug, die rote Fliege und das weisse Hemd am Donnerstag sassen.

Guetzli von Franziska Roth

Auch Gesundheitsdirektorin Franziska Roth bedankte sich bei Andreas Huber für seinen Einsatz. Sie erinnert sich, dass sie ihm als eine ihrer ersten Amtshandlungen ein Sackmesser übergeben hatte, als sie ihn aus dem Militärdienst entliess.

Sie habe ihm als kleines Geschenk Militärschoggi und -guetzli mitgebracht – mehr lasse die finanzielle Situation des Kantons nicht zu.

Andreas Huber sagte nach all den Lobesreden: «Das war schon etwas übertrieben, aber tat trotzdem sehr gut.» Er bedankte sich bei Franziska Roth, dass sie, beziehungsweise der Kanton Aargau, 55 Prozent seines Lohnes bezahlt habe und bei den Krankenkassen für die restlichen 45 Prozent.

Er lobte seine Nachfolgerin Angelika Hammerer als «Top-Wahl», bevor er ihr symbolisch den Schlüssel übergab.