Aarau
Abkürzung beim Rathausgarten: Mit Hecken gegen die Querfeldeingeher

Hartnäckig entstand der Trampelpfad quer über die Wiese immer wieder – doch der Denkmalschutz verbietet den direkten Weg. Jetzt sollen Hecken die Fussgänger im Zaum halten.

Noëlle König
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Der Trampelpfad im Rathausgarten wird mit Rollrasen bedeckt, die Passanten sollen auf den regulären Weg umgewöhnt werden. Noëlle König

Der Trampelpfad im Rathausgarten wird mit Rollrasen bedeckt, die Passanten sollen auf den regulären Weg umgewöhnt werden. Noëlle König

Noëlle König

Die Abkürzung ist einfach zu verlockend: Statt den gewunden angelegten Weg zu benutzen, queren die Passanten den Rathausgarten seit je her schnurstracks über die Wiese. Nun versucht der Kanton einmal mehr, dies zu verhindern: Momentan wird neuer Rollrasen ausgelegt. Vor einigen Jahren war der Trampelpfad schon einmal so beseitigt worden. Bald entstand ein neuer.

«Der Weg ist lediglich 12 Meter länger», sagt Kantonsbaumeister François Chapuis. «Dennoch gehen die Passanten direkt über die Rasenfläche.» Da der Kanton den Garten ohnehin saniert, soll der Trampelpfad nun definitiv weg.

Denkmalpflegerisch geschützt

Der Rathausgarten wurde 1947 von Ernst Cramer zur Gartenausstellung im Kanton Aargau in der heutigen Form angelegt. Petra Schröder, Projektleiterin der SKK Landschaftsarchitekten AG, sagt: «Der Rathausgarten ist eine wertvolle Gartenanlage.» Aufgrund seiner historischen Wichtigkeit ist der Garten denkmalpflegerisch geschützt. Deshalb kann er nicht beliebig verändert werden. Nun haben die Landschaftsarchitekten abgeklärt, ob eine direkte Wegführung nicht doch bewilligt werden könnte, wo er doch offensichtlich ein grosses Bedürfnis ist. Man kam jedoch zum Schluss, die Rasenfläche wieder instand zu setzen sei trotzdem die beste Lösung, so Petra Schröder. Denn der direkte Weg hätte rund zwei Meter breit sein müssen und wäre aufgrund des Denkmalschutzes nicht möglich gewesen. Chapuis erklärt: «Der Rathausgarten soll wieder mehr zum Verweilen einladen und nicht nur ein Durchgangsort sein.»

Hecken anstatt Gartenhag

Da die Leute grundsätzlich den Augen folgen, soll der direkte Weg über die Rasenfläche mithilfe von Hecken verdeckt werden, erklärt Petra Schröder.

Sie betont aber, dass es nicht darum gehe, dass der Rasen nicht mehr betreten werden dürfe. Deshalb werde auch kein Zaun um die Grünfläche herum gemacht. Aber vor allem die empfindlichen Buchen würden unter dem Trampelweg leiden. Um den bestehenden Weg einladender und besser nutzbar zu machen, wird dieser verbreitert. «Wir gehen davon aus, dass den Aarauerinnen und Aarauer die neue Wegführung zusagt», sagt Chapuis.

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