Neues Album
Aargauer Punkrockband mit grossen Plänen

Die drei Aarauer Jungs von «Selbstbedienung» wollen mit der neuen Platte «Zu Hause» Deutschland erobern.

Katja Schlegel
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Die Punkrockband «Selbstbedienung»: Simon Mäder, Luca Maurer und Simon Graf (von links).

Die Punkrockband «Selbstbedienung»: Simon Mäder, Luca Maurer und Simon Graf (von links).

Roman Gaigg

Am Samstag tauft die Aarauer Band Selbstbedienung im Jugendkulturhaus Flösserplatz ihr Album «Zu Hause». Auch wenn es bereits das vierte Album in der Bandgeschichte ist, so ist es doch das erste in neuer Konstellation. Simon Mäder (Gesang/Bass) und Luca Maurer (Gesang/Gitarre) sind seit der Gründung vor zwölf Jahren dabei, Drummer Simon Graf seit rund zwei Jahren.

Wenn «Zu Hause» nach Sofa und Puschelfinken tönt, dann täuscht das gewaltig. Zu Hause ist «Selbstbedienung» im Punkrock, das ist laut, das ist wild. Aber es ist auch tiefsinnig, kritisch, melodiös, mehr noch als früher. «Wir sind nachdenklicher geworden, erwachsener», sagt Mäder. «Und musikalisch besser», schiebt er nach. Die zwölf Jahre haben Spuren hinterlassen. So singen die Punkrocker nicht mehr von wilden Nächten und schönen Frauen, sondern gegen Fremdenfeindlichkeit, von Durchhalteparolen, von Mut, von Krieg und ihrem zu Hause, von Aarau. Und natürlich von ihrem zweiten Daheim, von Hamburg. Deshalb auch die beiden Federviecher auf dem Albumcover: die Taube für Aarau, die Möwe für Hamburg.

Das vierte Album markiert also einen Neuanfang. «Uns war wichtig, dass auch Simon als ‹Neuer› seine Ideen einbringen kann», sagt Mäder. Ausserdem ist «Zu Hause» das erste Album, das die Band mit Plattenfirma und Management im Rücken aufgenommen hat.

«In der Schweiz wird unsere Musik belächelt»

Mit «Zu Hause» wollen die Aarauer in der Fremde punkten, in Deutschland. «In der Schweiz wird unsere Musik oftmals belächelt, in Deutschland wird man als Punkrocker ernst genommen», sagt Mäder. Für den Durchbruch sorgen soll eine Deutschland-Tournee. Notabene ist «Selbstbedienung» in Deutschland keine Unbekannte; die Band hat bereits am Hamburger Hafenfest mit eineinhalb Millionen Besuchern gespielt und der Hamburger Kult-Fussballverein St. Pauli hat einen ihrer Songs auf die Jubiläums-CD genommen. Und Campino, Sänger der Toten Hosen, hat die Aarauer schon geadelt, indem er in einem Interview erklärt hatte, er finde ihre Musik richtig gut.

Von der Musik leben, das können die drei nicht. «Es ist immer noch Hobby, wenn auch ein zeitintensives und ein sehr gewissenhaft ausgeübtes», sagt Mäder. Aber natürlich schwirre er in ihren Köpfen herum, der Traum, dereinst von der Musik leben zu können. Mäder: «Wir arbeiten darauf hin.» (ksc)

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