«Eusi Schuel, die isch die bescht, mir hend jede Tag es Fescht, mached alles mitenand, niemer stoht bi eus am Rand» – der Song, mit dem die Densbürer Schülerinnen und Schüler gestern das neue Schuljahr begrüssten, könnte nicht passender sein. Denn in Densbüren gibt jetzt eine Neuheit, die man so im Aargau noch nicht kennt: kooperative Klassen. Dafür ist die Schule Densbüren eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Schürmatt eingegangen.

Konkret führt die Stiftung in der Schule Densbüren eine Heilpädagogische Klasse für Kinder mit geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen. Diese werden aber nicht nur separat, sondern teilweise zusammen mit den Densbürer Regelklassen beschult. Etwa im Turnen, im Musikunterricht, bei Projektarbeiten. Durch die enge Kooperation, auch unter den Lehrpersonen, ist es möglich, Schüler der Heilpädagogischen Schule nach und nach in die Regelklasse einzugliedern, wenn die individuelle Eignung da ist.

Die Stiftung Schürmatt führt bereits seit rund 15 Jahren kooperative Kindergärten: in Holziken, Gontenschwil und – etwas neuer – in Aarau Rohr. «Das funktioniert sehr gut», sagt «Schürmatt»-Direktor Werner Sprenger. «Alle Kinder profitieren davon.» Als die Stiftung auf der Suche nach Partnern für die Primarschule alle Schulpflegen im Bezirk Aarau kontaktierte, stiess sie in Densbüren auf offene Ohren: «Wir haben bereits früher Interesse an einem kooperativen Kindergarten gezeigt», sagt die Densbürer Schulleiterin Doris Graf. Das Kindsgi-Gebäude sei dafür aber nicht geeignet. Auch das Schulhaus ist nicht ganz barrierefrei, man könnte es aber, sollte ein gehbehindertes Kind eingeschult werden, relativ einfach aufrüsten. Graf betont: «Die Schülerzahl ist nicht der Grund für die Zusammenarbeit - unser Standort ist nicht gefährdet.»

Initianten des Projektes (v.l.): Robert Wernli (Vizeammann), Werner Sprenger (Direktor Schürmatt), Christine Blum (Leiterin Geschäftsbereich Schule + Therapie, Schürmatt), Doris Graf (Schulleiterin Densbüren), Martin Imhof (Kanton, BKS), Edith Suter (Schulpflege Densbüren),

Initianten des Projektes (v.l.): Robert Wernli (Vizeammann), Werner Sprenger (Direktor Schürmatt), Christine Blum (Leiterin Geschäftsbereich Schule + Therapie, Schürmatt), Doris Graf (Schulleiterin Densbüren), Martin Imhof (Kanton, BKS), Edith Suter (Schulpflege Densbüren),

Start mit fünf Schülerinnen und Schülern

Die «Schürmatt»-Kinder können sicher bis und mit 3. Klasse in Densbüren beschult werden. Ob sie danach bleiben können, hängt davon ab, wie gut das Projekt anläuft. Vorerst gehen vier Erstklässler und ein Zweitklässler aus den Bezirken Aarau und Lenzburg in Densbüren zur Schule. Sie werden mit einem Schulbus ins Staffeleggtal gebracht. Die Heilpädagogische Klasse ist mit dieser Schülerzahl eher am unteren Limit, es gäbe also noch Platz für weitere Schülerinnen und Schüler. Vorwiegend aus dem Bezirk Aarau – aber sollte beispielsweise jemand aus dem Fricktal Interesse zeigen, würde man das im Einzelfall anschauen, sagt Stiftungs-Direktor Sprenger.

«Eusi Schuel die isch die bescht!»: Die Densbürer Schüler heissen ihre neuen Gspändli willkommen.

«Eusi Schuel die isch die bescht!»: Die Densbürer Schüler heissen ihre neuen Gspändli willkommen.

Die Stiftung Schürmatt führt künftig auch an zwei Tagen einen Mittagstisch in Densbüren. Dieses Angebot sei auch bei den Eltern der Regelschüler sehr gut angekommen, so Schulleiterin Doris Graf. Das Essen kommt von der Stiftung Schloss Biberstein.

Weitere Kooperative Schulen in Planung

An der gestrigen Schulstart-Feier war man sich einig, dass Densbüren nicht die einzige Kooperative Schule bleiben soll. Weitere Projekte sind zwar nicht spruchreif, man sei jedoch mit einer Schule im Bezirk Kulm im Gespräch, verriet «Schürmatt»-Direktor Sprenger. «Das Modell hat Zukunft», sagte auch die Densbürer Schulpflege-Präsidentin Doris Graf. Vizeammann Robert Wernli hofft, «dass das Projekt Signalwirkung über die Gemeinde hinaus hat».

Christine Blum, Leiterin Geschäftsbereich Schule der Stiftung Schürmatt, betonte, dass der Grundsatz «verschieden sein, das ist normal» in kooperativen Schulen bewusst umgesetzt werden soll. Und auch Martin Imhof, Leiter Sektion Aufsicht der Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten beim Kanton, zeigte sich erfreut über das Konzept, das ein «gegenseitiges Lernen im sozialen und im kognitiven Bereich» anstreben.