Aarau

Aargauer Politiker stellen sich an der Berufsschule den jungen Wählern vor

Hatten viel zu bereden: Daniel Hölzle (Grüne), Jürg Caflisch (SP), Moderator Raffael von Arx, Pia Viel (CVP), Maja Riniker (FDP) und Jung-SVPler Cedric Meyer.

Hatten viel zu bereden: Daniel Hölzle (Grüne), Jürg Caflisch (SP), Moderator Raffael von Arx, Pia Viel (CVP), Maja Riniker (FDP) und Jung-SVPler Cedric Meyer.

Fünf Aargauer Politiker diskutierten gestern an der Berufsschule Aarau (BSA). Es zeigte sich: Der Klimawandel steht bei ihnen hoch im Kurs. Einige der Nationalratskandidaten überzeugten die Berufslernenden dabei mehr als andere.

In rund vier Wochen werden National- und Ständerat neu bestellt. Die Kandidaten sind im Dauerstress: Ein Podium jagt das nächste; alle wollen sie sich noch einmal von ihrer besten Seite zeigen. Fünf Aargauer Vertreter waren gestern an der Berufsschule in Aarau im Einsatz. Sie stellten sich jener Gruppe vor, bei der sie allgemein den schwersten Stand haben: den jungen Wählern.

Zur Erinnerung: 2015 gingen nur knapp 30 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bei den Parlamentswahlen an die Urne. Wählen, so scheint es, steht bei den Jungen seit längerem nicht hoch im Kurs. Auch das gestrige Podium löste anfänglich keine Begeisterungsstürme aus, wie Allgemeinbildungslehrer und Mitorganisator Marc Grämiger verriet: «Ein Schüler sagte am Morgen zu mir: Ist doch eh nur wieder ein Werbeanlass für Parteien, bei dem Zältli verteilt werden.»

Caflischs Name sorgt für Schwierigkeiten

Doch Süssigkeiten hat man in der Aula (zunächst) keine verschenkt, es wurde debattiert. Grossrat Daniel Hölzle (Grüne), Ex-Grossrat Jürg Caflisch (SP), CVP-Vertreterin Pia Viel, FDP-Grossrätin Maja Riniker sowie Jung-SVPler Cedric Meyer diskutierten auf der Bühne. Als Erstes stand der Klimawandel zur Diskussion. Ein Thema, bei dem die Meinungen weit auseinandergehen.

Während Meyer die «Klimahysterie» bemängelte und für Eigenverantwortung plädierte, unterstützten Hölzle und Caflisch Massnahmen in Form von Flugticketabgaben. Auch Viel und Riniker sprachen sich dafür aus. «Wenn Sie sich für eine Abgabe zwischen 100 und 500 Franken einsetzen, verspreche ich, dass ich Sie wähle», sagte ein Schüler an die Adresse von Riniker. Die Grossrätin lachte und nickte zustimmend.

«Es kann doch nicht sein, dass alles immer teurer wird», wandte ein anderer Berufsschüler ein. Ein weiterer Lernender fragte, wie denn das mit der Eigenverantwortung überhaupt funktionieren solle. «Auf irgendetwas müssen wir verzichten können.»

Von einer Politikverdrossenheit war im Saal wenig zu spüren. Die rund 130 Berufslernenden, alle um die 18 Jahre alt, waren neugierig und diskutierten aktiv mit. Neben Riniker und Hölzle war besonders Caflisch als Ansprechpartner gefragt, auch wenn sich die Schüler bei der Aussprache seines Nachnamens mehr als einmal schwertaten. Doch so angeregt die Debatte zum Klima war, so sehr flachte sie beim zweiten Thema ab. Es ging ums Rahmenabkommen mit der EU. Nur noch eine einzige Frage wurde den Politikern gestellt. Für Marc Grämiger keine Überraschung. «Es ist eine sehr komplizierte Sache», sagte er im Anschluss. Alles in allem zeigte sich Grämiger mit der Veranstaltung zufrieden, die Schüler hätten sehr gut mitgemacht. «Vielleicht hilft es ja dabei, dass sie ihren Wahlzettel nächsten Monat auch wirklich ausfüllen. Ich bin gespannt.»

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