Laut dem amerikanischen Fernsehsender CNBC steht in St. Moritz eine kürzlich fertiggestellte Luxusimmobilie zum Verkauf. Für sagenhafte 185 Millionen Franken. In ihrer Sendung «Secret Lives of the Super Rich» («Das verborgene Leben der Superreichen») berichtete der US-Sender über die Traumvilla.

Erbauen liess sie der polnische Milliardär Jan Kulczyk. Kurz vor der Vollendung seines Traumhauses in Glas und Beton ist er verstorben. Nun wollen seine Kinder „Lonsdaleite“ wieder loswerden. Der Preis von 185 Millionen Franken dürfte in etwa der Summe entsprechen, die Kulczyk am Suvretta-Hang investiert hat. Das 4000 Quadratmeter grosse Grundstück gehörte einst der italienischen Baronessa Zaira Roncoroni. Die von ihr darauf erbaute Villa liess der polnische Unternehmer abreissen. Die Baronessa hatte das Haus ihrer Haushälterin vermacht. Deren Enkel verkauften es Kulczyk im Herbst 2010 für rund 45 Millionen Franken. 

Das Gebäude befindet sich auf einem 56 Aren grossen Grundstück an bester Lage am berühmten Suvretta-Hang – mit atemberaubendem Ausblick auf die Engadiner Berge und den Silvaplanersee.

Werfen Sie einen Blick in die St. Moritzer Luxus-Villa, die man für 185 Millionen kaufen kann.

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«Traum ging in Erfüllung»

Im TV-Bericht wurde auch das exklusive Licht in der Luxusvilla «The Lonsdaleite» gezeigt. Bemerkenswert ist, dass es ein kleines Unternehmen aus dem Suhrental geschaffen hat. Die Firma In Light aus Oberentfelden hatte zunächst 2014 ein Beratermandat. Während der Projektplanung zeigte sich, dass die Firma In Light die Wünsche der Architekten und Lichtdesigner am besten umzusetzen wusste. Deshalb durfte sie 2015/16 das anspruchsvolle Projekt realisieren.

Andrea Asti (46), Mitinhaber und Leiter des Projekts, blickt auf vergangene Tage zurück: «Es prickelt noch immer auf der Haut. Dieses eindrucksvolle Haus weckt Emotionen. Ein architektonisches Kunstwerk, das nur dank der guten Zusammenarbeit von verschiedenen Spezialisten realisiert werden konnte.»

Die Lichtgestaltung nehme einen wichtigen Platz in der Architektur dieses Hauses ein. «Es war ein anspruchsvolles, aber auch sehr tolles Projekt», sagt Asti. «Ein Traum für jeden passionierten Lichtgestalter, der durch diese Villa für uns in Erfüllung ging.»

Wände mit Gold bemalt

Die Villa bietet viel Komfort. Ein sechseckiges Treppenhaus verbindet seine sieben Etagen. Das Haus hat fünf Badezimmer, ein Heimkino, eine Bibliothek, einen grosszügigen Wellnessbereich und einen riesigen Swimmingpool. Der Ski-Raum führt direkt auf die Skipiste. Der Frühstücksraum hat die Form eines Eis und ist mit 24-karätigem Gold bemalt. Seine Ausleuchtung war nur eine der vielen kniffligen Aufgaben, die das In-Light-Team aus Oberentfelden zu bewältigen hatte. Die Gesamtverantwortung für den Bau hatte Leandro Testa aus St. Moriz. Er sagte zu «20 Minuten»: «Das Projekt war einzigartig und anspruchsvoll.» Die komplexen Geometrien, die Baumaterialien und die Haustechnik hätten die Ingenieure stark gefordert.

HTL-Ingenieur Andrea Asti erklärte am Beispiel des Eingangsbereichs, welche Anforderungen gelöst werden mussten. Im Vordergrund stand klar die Umsetzung der gewünschten Lichtwirkung im Raum. Die Lichtfarbe und die Farbwiedergabe wollten gefunden und das Zusammenspiel zwischen Formen, Licht und Schatten umgesetzt werden. Der Lichtverlauf sollte absolut homogen, mit sanftem Übergang sein und zwar so, dass sich die Wahrnehmung des Besuchers auf den Raum und seinen speziellen Charakter konzentriert. «Perfekt ist, wenn sich die Lichtquelle zurücknimmt und die wahren Akteure inszeniert, ähnlich wie beim Theater», sagt Asti.

Da kein Hersteller die gestellten Anforderungen an die Bodenleuchten im Entrée erfüllte, entwickelten die In-Light-Spezialisten binnen dreier Monate zwei Leuchten mit den gewünschten Lichtwirkungen. Beide überzeugen laut Asti durch eine hohe Farbwiedergabe und bestechen durch einen sanften seitlichen Lichtverlauf ohne scharfe Lichtringe. Der Ingenieur erklärt, dass es am Ende kleine, feine, kaum wahrnehmbare Änderungen an der Leuchte gewesen seien, welche die Lichtwirkung so einzigartig machen würden.

In wachsendem Markt tätig

Die Oberentfelder Firma mit Sitz an der Schönenwerderstrasse gibt es seit 2013. Sie ist im Prinzip eine Abspaltung aus der Inca Design GmbH. «Wir haben das Unternehmen gesplittet, damit wir im Lichtbereich expandieren konnten», erklärt der Geschäftsführer Urs Brandenberg (46), Betriebsökonom, der in Aarau wohnt.

Er ist sich sicher, dass das Bedürfnis nach hochwertigen Lichtlösungen stetig wachsen wird. «Die Leute werden sich vermehrt bewusst, dass die Lichtqualität auch mehr Lebensqualität mit sich bringt. Dank LED ist heute fast alles möglich. Die Erfahrungen, die wir während der letzten 12 Jahre mit LED sammelten, helfen uns, das volle Potenzial aus der Technologie zu schöpfen.»

Die In Light ist international tätig. Aber nicht nur im Bereich von Millionen-Villen. Urs Brandenberg betont, dass sie genauso gerne Lichtkonzepte für Wohnungen und einfachere Bauten umsetzen. «Auch kleinere Projekte haben ihren Reiz», so Brandenberg.