Aarau/Suhr
Für Umwelt und Bevölkerung: Wird der Stadtbach bald aufgewertet? «Das gibt ein Fass ohne Boden»

Statt nur Hochwasserschutz forderte die Mehrheit des Aarauer Einwohnerrats eine Aufwertung des Bachs zwischen Suhr und Aarau – für die Umwelt, aber auch für die Bevölkerung. Teile der Ratsrechten befürchten nun mehr Kosten als die bewilligten 4,2 Millionen Franken.

Daniel Vizentini
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Der Stadtbach wird immer wieder auch gereinigt, hier an einem Bachabschnitt in Suhr.

Der Stadtbach wird immer wieder auch gereinigt, hier an einem Bachabschnitt in Suhr.

Chris Iseli (28.4.2014)

Dass der Stadtbach zwischen Suhr und Aarau für den Hochwasserschutz an einigen Orten besser abfliessen können muss, war für alle Einwohnerräte unbestritten: Sie stimmten für die fast 4,2 Millionen Franken Kredit, damit das Projekt bald verwirklicht wird.

Zu Diskussionen führten aber zwei Ergänzungsanträge der Ratslinken: Sie forderten, wo machbar, eine ökologische Aufwertung des Stadtbachs und eine bessere Nutzung des Bachs für die Bevölkerung «im Sinne eines Stadtbach-Parks». Nötige Zusatzkredite müsse der Stadtrat aber dem Parlament jeweils zur Genehmigung einreichen.

«Sie wollen den Stadtbach vergolden», mahnte Einwohnerrat Urs Winzenried (SVP), der das Vorhaben als «nur nice to have» bezeichnete.

«Das gibt einen Fass ohne Boden.»

Er meint, dass die bereits geplanten Massnahmen ausreichen. Ähnlich sah es auch die FDP: Bedürfnisse von Umwelt und Bevölkerung seien im Antrag des Stadtrats berücksichtigt.

Daniel Ballmer (Grüne) hingegen gab sich «befremdet», dass Umweltmassnahmen in der heutigen Zeit weiterhin nur als «nice to have» angesehen würden. «Und dann noch mit den Finanzen zu argumentieren, nachdem man eine Steuersenkung gefordert hat – das verfangt nicht.» Zuvor hatte sich die SVP für eine Senkung des Steuerfusses ab 2021 ausgesprochen.

Das Parlament nahm die beiden Zusatzanträge mit 27 Ja zu 18 Nein an.