Maienzug

Aaraus Standartenkind ging nach Kostümprobe ins Fussballtraining

Standartenkind Howthaman und seine Eltern werden den Maienzug besonders geniessen.Heinz Richner

Standartenkind Howthaman und seine Eltern werden den Maienzug besonders geniessen.Heinz Richner

Am kommenden Maienzug darf Howthaman Loganathan die Standarte tragen. Seine Eltern, sie sind vor über 20 Jahren in die Schweiz gekommen, stammen aus Sri Lanka.

Er träumt davon, Fussball-Profi zu werden. «Aber nicht bei meinem Verein, dem FC Rohr, denn der und seine Liga kommen nie im Fernsehen!» Trotzdem besucht er regelmässig die Trainingseinheiten seines Klubs.

Die Rede ist von Howthaman Loganathan, dem diesjährige Standartenträger am Maienzug. Im Schachen-Schulhaus besucht Howthaman die 5. Klasse bei Annina Lanzberg. Und sie war es auch, die eines schönen Morgens ihre Mädchen und Knaben fragte, wer denn heuer dieses Ehrenamt gerne übernehmen wolle.

Howthaman und acht Gspänli meldeten sich, ihre Namen wurden auf kleine Zettel geschrieben und in eine Urne geworfen. Ein weiteres Kind zog den Glücklichen.

Howthamans Eltern sind vor mehr als 20 Jahren in die Schweiz gekommen; ihre drei Kinder sind hier geboren und sprechen einwandfrei Mundart.

Die Wohnung am Wöschnauring im Dammquartier aber ist ganz nach ihrer Herkunft eingerichtet: Sri Lanka ist in Bildern, Fotos und Souvenirs allgegenwärtig. Der Vater arbeitet in der Küche der Hirslandenklinik, die Mutter im Migros-Restaurant Igelweid. Die beiden grösseren Schwestern sind noch in der Ausbildung.

Stolz auf seine Aufgabe

Sichtlich stolz lässt sich der aufgeweckte Knabe von Stadtweibel Anton Aeschbach den genauen Ablauf seines Einsatzes am Maienzug-Vormittag erklären.

Mit seinen zwei Muttersprachen (Schweizerdeutsch und Tamilisch) hat er auch Freude am Frühenglisch in der Schule. Daneben mag er Mathematik. Gerne liest er vor dem Einschlafen in seinem Deutsch-Lesebuch, «um immer besser zu werden».

Nach dem nasskalten Frühling fiel der Besuch bei Howthaman auf einen der ersten heissen Sommertage. Ein Badibesuch lag da auf der Hand. Trotzdem ging es nach der Kostümprobe zum Fussball-Training.

«Auch da möchte ich ja immer besser werden, und wenns nicht klappt, würde ich eine Banklehre absolvieren», sagte Standartenkind Howthaman.

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