Naturama

Aaraus Mammutmacher auf den Philippinen ist immer noch vermisst

Mammutexperte Rainer Foelix posiert bei den imposanten Tieren im Naturama. annika bütschi

Mammutexperte Rainer Foelix posiert bei den imposanten Tieren im Naturama. annika bütschi

Der auf den Philippinen entführte Tierpräparator Lorenzo V. konstruierte vor zehn Jahren die Mammuts im Naturama Aarau. Der ehemalige wissenschaftliche Konservator Rainer Foelix erinnert sich an den Ostschweizer Präparator.

Am 1. Februar verschwand der Tierpräparator und Hobbyforscher Lorenzo V. auf den Philippinen, wo er seltene Vögel beobachtete. Schnell war klar, dass der 47-Jährige mit seinem holländischen Kollegen entführt wurde. Seither fehlt vom Ostschweizer jede Spur. Doch im Aargau hat der Tierpräparator schon vor längerer Zeit seine Spuren hinterlassen. Im April 2012 sind es zehn Jahre her, dass er die Mammuts im Naturama in Aarau fertiggestellt hat.

Lorenzo V. war zuerst zu teuer

Rainer Foelix kann sich noch gut an Lorenzo V. erinnern, auch wenn es schon einige Jahre her ist. Foelix war 18 Jahre im Naturama als wissenschaftlicher Konservator angestellt. Seit 2008 ist es pensioniert, macht aber heute noch Führungen im Naturama. Denn er ist der Mammut-Spezialist schlechthin.

«Lorenzo V. bekam 2001 den Auftrag, die beiden Mammuts zu konstruieren, nicht an erster Stelle. Wir haben diesen Auftrag fälschlicherweise einem undurchsichtigen Typen gegeben», so Foelix. Dieser Deutsche hatte sich als Mammutspezialist aufgespielt, war aber keiner. «Er bekam den Auftrag vor allem, weil er weniger Geld verlangte als die anderen», schaut Rainer Foelix reumütig zurück.

Sechs Monate Arbeit

Nachdem ihm das Naturama eine Voranzahlung für die Präparation der Mammuts überwiesen hatte, der Deutsche dafür aber nie etwas tat, nahm man ihm den Auftrag wieder ab. Dann kam Lorenzo V. zum Zug. «Er machte seinen Job gut und er war sehr zuverlässig», bestätigt Foelix. Insgesamt benötigte der Tierpräparator etwa ein halbes Jahr bis Mamma- und Babymammut fertig waren. Kurz vor der Eröffnung des Naturama-Neubaus im April 2002 beendete Lorenzo V. seine Arbeit.

«Das Mammut ist wie ein Auto aufgebaut. Es besitzt eine Stahlrohrkonstruktion und darüber kam eine Plastikkarosserie», führt Foelix aus. Für das Mammutfell benutzte man die Felle von Moschusochsen. «Lorenzo V. ging selber nach Kanada und kehrte mit Fellen von 30 Moschusochsen zurück», erinnert sich der Mammutspezialist.

Meistgesehen

Artboard 1