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Aarauer Stadtrat glaubt: «Es braucht keine neue Stadionabstimmung»

Laut Stadtrat braucht es für den Plan B, bei dem das Stadion statt mit einem Einkaufszentrum durch Hochhäuser (Wohnen und Gewerbe) querfinanziert wird, keine neue Volksabstimmung.

Laut Stadtrat braucht es für den Plan B, bei dem das Stadion statt mit einem Einkaufszentrum durch Hochhäuser (Wohnen und Gewerbe) querfinanziert wird, keine neue Volksabstimmung.

Im Torfeld Süd will man schon lange ein neues Fussballstadion mit Mantelnutzung. Doch die Vorzeichen haben sich geändert, man setzt auf Plan B: Statt Querfinanzierung durch Einkaufszentrum setzt man heute auf Wohn- und Gewerberaum. Eine neue Volksabstimmung ist aus Sicht des Stadtrates allerdings nicht nötig.

Zehn Jahre lang wollte man im Torfeld Süd ein neues Fussballstadion mit Mantelnutzung realisieren. Heute ist klar: Das ist finanziell nicht mehr so attraktiv, wie es früher einmal gewesen wäre.

Deshalb wird an einem Plan B herumgeplant, der vorsieht, das Stadion statt mit einem Einkaufszentrum durch Hochhäuser (Wohnen und Gewerbe) querfinanzieren zu lassen. Bräuchte es nicht eine neue Volksabstimmung, falls Plan B umgesetzt wird?

Das wollte Einwohnerratspräsidentin Lelia Hunziker (SP) vom Stadtrat wissen. Nein, sagt jetzt der Stadtrat. Er stützt sich dabei auf ein Gutachten, das er daraufhin in Auftrag gegeben hatte.

Im Februar 2008 haben die Aarauer Stimmbürger den anteilsmässigen Beitrag von 17 Mio. Franken fürs Stadion bewilligt.

Aus Sicht des Stadtrats und des Gutachters bezog sich das damalige Ja der Stimmbürger ausschliesslich auf den Miteigentumsanteil der Stadt an einem Stadion im Torfeld Süd – völlig unabhängig davon, ob es am Ende mit Mantelnutzung (Verkaufsflächen) quersubventioniert wird oder durch Hochhäuser.

Das sei auch «keine wesentliche Projektänderung», denn das Stadion selber bleibe, wie es sei. «Der Wille der Stimmbürger fokussierte im Rahmen des gestellten Antrags auf die Beteiligung an einem Fussballstadion Torfeld Süd», heisst es konkret in der stadträtlichen Antwort. Es lägen ausserdem «triftige Gründe für die Anpassung des Projekts» vor.

Jedoch: Falls Plan B umgesetzt wird, ist unter anderem eine Änderung der Bau- und Nutzungsordnung nötig. Diese muss der Einwohnerrat bewilligen. Gegen seinen Beschluss kann das Referendum ergriffen, und so eine Volksabstimmung herbeigeführt werden.

Der Stadtrat hat auch zu einer Bürgermotion von Stephan Müller (Alt Einwohnerrat, «Jetzt») Stellung genommen. Müller will, dass der Stadtrat das Stadion-Projekt noch einmal grundsätzlich hinterfragt, etwa punkto Standort oder neuen Bedürfnissen (zum Beispiel polysportives Zentrum).

Der Stadtrat lehnt das ab – primär, weil dazu keine Zeit mehr bleibt. Denn der Schweizerische Fussballverband erteilt dem FC Aarau nur noch Lizenzen, wenn vor 2021 mit dem Bau eines neuen Stadions begonnen wird.

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