Museum
Aarauer Stadtmuseum wird bald umgebaut

Museumsleiterin Rössler und Kuratorin Frey bereiten das Stadtmuseum auf den Umbau vor. Sie richten gegenwärtig eine letzte Ausstellung vor der Sanierung ein, die am 15. Februar beginnt.

Hubert keller
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In der Rothpletz-Stube: Kaba Rössler (links) und Dominique Frey realisieren eine letzte Ausstellung vor dem Umbau.

In der Rothpletz-Stube: Kaba Rössler (links) und Dominique Frey realisieren eine letzte Ausstellung vor dem Umbau.

Chris Iseli

Von der Decke der Rothpletz-Stube hängt ein Kronleuchter. Auf Geweihstangen sitzen Kerzen. Und dort, wo der Kopf des Hirsches war, an der Basis des Geweihs, reckt sich ein Lüstermännchen. Oder ist es doch ein Lüsterweibchen, oder von beidem etwas, Weibchen und Männchen? Museumsleiterin Kaba Rössler und Kuratorin Dominique Frey rätseln. Das Gesicht der Skulptur ist männlich, der Bauch doch ziemlich weiblich.

Rössler und Frey richten gegenwärtig eine letzte Ausstellung vor der Sanierung und dem Umbau ein. Die altgediente Dauerausstellung wird verabschiedet. Sie ist 70 Jahre alt, der Grossteil der Räume war noch in den 60er-Jahren eingerichtet worden. Nicht «Abschied» heisst die Ausstellung, die am 15. Februar beginnt, sondern «Wiedersehen», Wiedersehen im neuen Museum.

Ein Blick in der Räume lässt keine Zweifel offen: Eine Sanierung tut not, das war schon in den 90er-Jahren erkannt worden. Im Raum unter der Rothpletz-Stube hängt die Decke bedrohlich durch. Ein Deckenbalken ist unter der Last des Ofens darüber gebrochen. Die Spuren der Zeit sind überall sichtbar.

Altbekanntes neu entdecken

Die Spuren der Zeit stehen im Zentrum der Ausstellung «Wiedersehen». Bevor die Renovation beginnt und sich das Schlössli leert, werden die Besucherinnen und Besucher aufgefordert, noch einmal genau hinzusehen und vermeintlich Altbekanntes neu zu entdecken. Dominique Frey und Kaba Rössler haben sich ein Suchspiel ausgedacht, das mit historischen Fotografien die Veränderungen durch die Jahrzehnte darstellt.

Der zweite Teil der Ausstellung richtet den Blick auf ausgewählte Museumsobjekte. Auch sie sind seit Jahren Teil des Museums. «Wiedersehen» erzählt die Geschichte dazu und fördert Neues und auch Kurioses zutage. Eben, wer weiss schon, was ein Lüstermännchen ist? Oder ein Nebelbildapparat?

Nach dem 1. April verschwinden das Lüstermännchen und alle anderen Objekte für die Zeit des Umbaus im Depot. Wo dieses sich befindet? «Das sagt man doch nicht», meint Kaba Rössler.

Sanierung und Erweiterung per Volksentscheid bewilligt

Für das Museumsteam kommt eine intensive Zeit. Der grosse Objektbestand muss gesichtet, inventarisiert und wo nötig restauriert werden. Viele Objekte sind beim Hochwasser 2007 in Mitleidenschaft gezogen und zerstört worden. Kaba Rössler schätzt deren Bestand auf 60000.

Dass vor der Renovation noch eine Ausstellung realisiert würde, damit hat Kaba Rössler nicht gerechnet. Vor gut zwei Jahren ist das Projekt der Sanierung und Erweiterung des Stadtmuseum per Volksentscheid bewilligt worden. Doch seither lässt die Realisierung auf sich warten. «Für uns eine schwierige Zeit», meint Rössler. Nun wird die Neueröffnung des Museums in den Jahren 2014/2015 erwartet. Im Turm wird nach der Sanierung eine neue Dauerausstellung zur Aarauer und Aargauer Geschichte vom 18. Jahrhundert bis heute eingerichtet. Ob das Lüstermännchen wieder dabei ist?

Ausstellung «Wiedersehen» : Vernissage, 15. Februar, 19 Uhr, mit Kurzführung und Buffet wie in den 1960er-Jahren. Führung am 7. März, 18 Uhr. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 14–17 Uhr, Eintritt frei. Führungen auf Anfrage.