Bundesgericht
Aarauer Stadiongegner wollte Anwaltskosten von Steuern abziehen

Ein Gegner des neuen Fussballstadions in Aarau kann die Anwaltskosten, die er im Kampf gegen das Projekt zu berappen hatte, in der Steuererklärung nicht als Liegenschaftenunterhalt abziehen. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

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Das Aarauer Fussballstadion Torfeld-Süd
13 Bilder
Die Ansicht des neuen Fussballstadions.
Der Eingang ins Stadiongebäude heisst Stadtloggia
Visualisierung: So soll das Aarauer Fussballstadion aussehen
Auf dem Torfeld Süd wird das neue Aarauer Fussballstadion gebaut. Bild vom 3. Juni 2016.
Das geplante Stadion und das Parkhaus dazu. Parkhaus an der Florastrasse 5, Rockwell Parkhaus aufgenommen am; 27.02.2015
Das alte Projekt lag 2009 öffentlich auf und wurde dann sistiert.
Das geplante Stadion im Quartier Torfeld-Süd - es wird vom Bahnhof Aarau in nur fünf Minuten erreichbar sein.
Auf dem Areal im Torfeld-Süd, wo das Stadion gebaut wird, fanden schon im November 2015 Abrissarbeiten statt.
Blick auf die Bauarbeiten auf dem Stadion-Areal aus anderer Perspektive. (November 2015)
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd

Das Aarauer Fussballstadion Torfeld-Süd

Rund 15'000 Franken hatten der Beschwerdeführer und seine Frau abziehen wollen. Doch weder die Steuerkommission noch das Spezialverwaltungsgericht und schliesslich das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau liessen den Abzug bei den Kantons- und Gemeindesteuern 2010 gelten.

Selbst der Gang ans Bundesgericht bescherte dem Ehepaar keinen Erfolg, auch wenn Anwalts- und Gerichtskosten in gewissen Fällen abgezogen werden können.

Diese Kosten müssen aber im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung stehen, bei der es um die Nutzung oder Erhaltung des Werts einer Liegenschaft gehe. Als Beispiel nennt das Gericht die Abwendung übermässigen Lärms.

Nicht entscheidend sei, ob ein Steuerpflichtiger vom Gericht Recht bekomme. Es werde aber vorausgesetzt, dass ein Verfahren nicht offensichtlich aussichtslos sei.

Nicht betroffen

Das Bundesgericht stützt den Entscheid des Aargauer Verwaltungsgerichts. Dieses bezog sich auf ein Urteil des Bundesgerichts aus dem Jahr 2013. Das Lausanner Gericht entschied damals, dass es bei der Liegenschaft der Beschwerdeführer nicht zu einer deutlich wahrnehmbaren Steigerung des Verkehrs kommen werde.

Die spezifische Betroffenheit fehle somit nicht nur im Lärmstreit, sondern auch in steuerrechtlicher Hinsicht, schloss das Verwaltungsgericht. Das Ehepaar habe nicht aufgezeigt, inwiefern der Wert seiner Liegenschaft beeinträchtigt worden sei.

(Urteil 2C_690/2016 vom 02.02.2017)

Lesen Sie hier das Debakel um die Keba-Teilschliessung.

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