«Meinstadion.ch»

Aarauer Stadion-Retter fordern von HRS Verzicht auf Hochhäuser

Die meinstadion.ch-Gruppe an der Pressekonferenz vor kurzem.

Die meinstadion.ch-Gruppe an der Pressekonferenz vor kurzem.

Die Gruppe «Meinstadion.ch», die für ein neues Fussballstadion in Aarau bereits über 430'000 Franken gesammelt hat, springt über ihren Schatten. Sie wäre mit einer weiteren Volksabstimmung einverstanden. Es ginge um den Bankkredit von acht Millionen Franken.

«Der Start ist super gelaufen», erklärt der frühere FCA-Präsident Michael Hunziker. Er vertritt gegen aussen die Gruppierung «meinstadion.ch». Bis Dienstag wurden 550 000 Franken, also über eine halbe Million, für die Realisierung des Fussballstadions Torfeld gesammelt.

Zusätzlich zum Crowdfunding versucht die Gruppe nun auch verstärkt, politischen Druck aufzubauen. Am Dienstag publizierte sie einen «Offenen Brief» an den Stadtrat Aarau.

Unterschrieben ist dieser ausser vom Anwalt Michael Hunziker vom Unternehmer Stéphane Mever («Lagerhäuser», Gönnervereinigung «White Socks») und vom früheren FCA-Verwaltungsratspräsidenten René Herzog.

Im Brief werden zentrale Aspekte aufgenommen, welche die AZ am 21.11. unter dem Titel «Knacknüsse auf dem Weg zum Stadion» thematisierte. Die «meinstadion.ch»-Initianten bieten Hand zur Durchführung einer Volksabstimmung über den von ihnen angeregten Bankkredit in der Höhe von 8 Mio. Franken.

Vier konkrete Forderungen

Der Offene Brief trägt den Titel: «Die Zeit drängt!». Konkret werden folgende Forderungen aufgestellt:

  • «Ja zu einer BNO-Revision, aber keine Verknüpfung mit dem Stadionneubau: Um diese Verknüpfung zu verhindern, braucht es unausweichlich zusätzliche finanzielle Mittel.»

Will heissen: Die Bauherrin HRS muss von ihrer Forderung abweichen, dass sie mit dem Stadionbau erst beginnt, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung für die drei Hochhäuser vorliegt. Diese ist innert nützlicher Frist («Die Zeit drängt!») nicht zu bekommen.

  • «Bankenkredit nur zu tragbaren Konditionen: Ein Bankenkredit kommt nur infrage, wenn die Stadion AG alle von ihr zu tragenden Kosten (unter anderem Verzinsung, Amortisation und Versicherungen) aus dem von der FC Aarau AG zu bezahlenden Pachtzins bezahlen kann.»

Will heissen: Es soll nicht der Verdacht entstehen, die Stadt Aarau müsse mittelfristig für den Stadionbetrieb aufkommen, den FCA indirekt subventionieren.

  • «Im Zweifelsfalle eine Volksabstimmung: Ob der Bankenkredit einer Volksabstimmung bedarf, ist von den städtischen Behörden zu entscheiden. Um weitere Verzögerungen zu verhindern, ist im Zweifelsfalle eine Volksabstimmung durchzuführen.»

Will heissen: Es soll jedes Risiko einer weiteren, zeitintensiven juristischen Auseinandersetzung vermieden werden («Die Zeit drängt!»).

  • «Kein Stadion im Baurecht: Das Aarauer Stimmvolk hat 2008 Ja zum Erwerb eines (unbefristeten) Miteigentumsanteils gesagt. Dies muss auch für jede Projektanpassung gelten. Der Erwerb des Stadions im Baurecht kann daher nicht zur Diskussion stehen.»

Will heissen: Baurecht ist immer in Bezug auf das Land bezogen. Das Land gehört der HRS. Eine Lösung mit Baurecht hätte zur Folge, dass die Stadion AG jährlich Baurechtszinsen zahlen müsste, was die Kosten für den FCA weiter hinauftreiben würde. Im Gegenzug könnte die HRS dank einer Baurechtslösung die Investitionssumme drücken.

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Stadtrat soll schnell antworten

Die «meinstadion.ch»-Gruppierung hat neben den Forderungen auch Fragen an den Stadtrat, die sie bis zum 15. Dezember beantwortet haben möchte. Es geht vor allem darum, auszuloten, ob der Stadtrat «den von der HRS verlangten, verbindlichen Kaufpreis» kennt.

Und wie eine Volksabstimmung bis im kommenden August durchgeführt werden könnte. Und wann der Stadtrat dem Regierungsrat ein Gesuch für die zusätzlichen Swisslosfonds-Gelder (vorgeschlagen sind 4 Mio. Fr.) zu stellen gedenkt.

 Lesen Sie hier den Kommentar zum Thema.

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