Torfeld Süd
Aarauer Stadion-Projekt mit ehrgeizigem Zeitplan: Das braucht es für ein Gelingen

Bauherrin HRS stellte am Donnerstag das geplante Stadion in Aarau vor: Der Zeitplan ist sehr ehrgeizig: Das erste Spiel soll in der neuen Arena bereits im Jahr 2021 stattfinden.

Katja Schlegel
Drucken
Teilen
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
20 Bilder
Martin Kull sagt: «Es gibt kein Stadion ohne Hochhäuser und keine Hochhäuser ohne Stadion.»
Stadion Aarau und Hochhäuser
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
Stadion Aarau und Hochhäuser
CEO Martin Kull legt die Sicht der HRS dar.
Stadion Aarau und Hochhäuser
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
Stadion Aarau und Hochhäuser
Stadtrat Lukas Pfisterer setzte sich für Grünraum als Ausgleich zu den Hochhäusern ein.
Stadion Aarau und Hochhäuser
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
Stadion Aarau und Hochhäuser
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.
So sieht das neue Stadion in Aarau aus.
Die Hochhäuser sollen das Stadion finanzieren.
Die Sicht des Fans aufs Spielfeld des FC Aarau.

Medienkonferenz zum «Plan B» - Stadion und Hochhäuser.

Chris Iseli

Alles neu beim Aarauer Stadionprojekt: Mantelnutzung, Einkaufszentrum – alles vergessen. Wohnblock – weg. «Plan B» mit drei Türmen von je 75 Metern entlang der Ostseite des Stadions – beerdigt. «Ab heute gibt es keinen ‹Plan B› mehr, ab heute ist es das Projekt, von dem wir glauben, dass es realisiert werden kann», sagte Martin Kull, CEO und Inhaber der HRS Real Estate AG, am Donnerstag an der Medienkonferenz.

Und dieses Richtprojekt umfasst ein ebenerdiges Fussballstadion mit 10'000 Plätzen, dazu vier Hochhäuser mit Wohn- und Gewerbenutzung. Erarbeitet hat HRS dieses Projekt gemeinsam mit drei Architekten-Teams, mit Experten aus den Bereichen Städtebau, Landschaftsplanung, Verkehr und Soziologie sowie Vertretern der Stadt, des Kantons und der Stadion Aarau AG.

Stadion kostet 36 Millionen

Die vier Hochhäuser sollen unterschiedlich hoch ausfallen: 75 Meter (25 Etagen), 69 Meter (23 Etagen), 63 Meter (21 Etagen) und 57 Meter (19 Etagen). «Die Höhe der Hochhäuser ist so gewählt, dass man sie nicht sieht, wenn man vom Schachen Richtung Altstadt blickt», so Patrick Gmür, Vertreter des federführenden Architektenteams Gmür-Gschwentner und ehemaliger Zürcher Stadtbaumeister.

Weiterer Urnengang ist möglich

Ohne Unterschriftensammlung wird es keine Stadion-Abstimmung mehr geben; das Ja zum Miteigentumsanteil der Stadt (für 17 Mio. Franken) aus dem Jahr 2008 hat immer noch seine Gültigkeit.

Die rechtskräftige Baubewilligung für das alte Stadionprojekt erlaubt es der HRS, mit den Abbrucharbeiten zu beginnen. Bevor sie aber im Sommer 2019 mit dem Stadion-Neubau starten kann, muss das Stadionprojekt neu aufgelegt werden. Dies, weil es redimensioniert und leicht gedreht wurde. Dagegen kann es Einsprachen geben.

Für die Hochhäuser braucht es erstens eine Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung. Auch dagegen sind Einsprachen möglich. Genehmigt wird sie vom Einwohnerrat. Gegen seinen Beschluss kann das Referendum ergriffen werden (mit 1400 Unterschriften, 10 Prozent der Stimmberechtigten). Zweitens braucht es einen Gestaltungsplan und drittens Baugesuche für die Hochhäuser. Gegen beide können Einsprachen eingelegt werden. (NRO)

Entstehen sollen in den Bauten insgesamt rund 600 Wohnungen, dazu ein Hotel mit 90 Zimmern. Geplant sind ausserdem zwei Parkhäuser mit separaten Einfahrten und insgesamt 600 Plätzen für Anwohner und Hotelgäste, dazu noch einmal 100 Plätze für Stadionbesucher. Das ergibt unter dem Strich rund 5000 Fahrten pro Tag – beim Einkaufszentrum hatte man noch mit rund 7500 Fahrten gerechnet. Auf dem Areal um das Stadion sollen verschiedene Freiräume entstehen.

Kull machte unmissverständlich klar: «Wir wollen dieses Stadion realisieren.» Genauso klar ist aber auch: Ohne Querfinanzierung geht es nicht. «Ohne rechtskräftige Baubewilligung für die Hochhäuser wird es kein Stadion geben und ohne Stadion kein Hochhaus.» Das hat auch Auswirkungen auf den Zeithorizont. Solange keine rechtskräftige Baubewilligung für die Hochhäuser vorliegt, wird auch mit dem Bau des Stadions nicht begonnen.

Lesen Sie auch den Kommentar von Urs Helbling:

HRS plant, das Baugesuch für die vier Hochhäuser nach den Sommerferien 2018 einzureichen. Damit die rechtskräftige und zwei Jahre gültige Baubewilligung für das Stadion nicht verfällt, wird vor dem 18. Mai 2018 mit dem Abbruch der bestehenden Gebäude begonnen. Läuft alles nach Plan, könnte der Spatenstich im Sommer 2019 erfolgen, das erste Spiel mit Saisonstart 2021/22. Die Swiss Football League verlangt, dass spätestens 2021 mit dem Stadionbau begonnen wird.

Der Vorteil der Querfinanzierung durch die Türme: Das Stadion kostet 36 Millionen Franken und damit genauso viel, wie 2007 im Vorvertrag vereinbart wurde. Gleich bleibt auch die Verteilung: Die Stadt Aarau zahlt 17 Millionen, die Ortsbürgergemeinde Aarau 6 Millionen, der Kanton Aargau 6 Millionen, die FC Aarau AG 2 Millionen und die HRS 5 Millionen. Für Beat Blattner, Verwaltungsratspräsident der Stadion Aarau AG, gibt es keine Alternative zum vorliegenden Projekt. «Alle anderen Wege führen den FCA in die Sackgasse von unteren Fussballligen.»

Aktuelle Nachrichten