Alles neu beim Aarauer Stadionprojekt: Mantelnutzung, Einkaufszentrum – alles vergessen. Wohnblock – weg. «Plan B» mit drei Türmen von je 75 Metern entlang der Ostseite des Stadions – beerdigt. «Ab heute gibt es keinen ‹Plan B› mehr, ab heute ist es das Projekt, von dem wir glauben, dass es realisiert werden kann», sagte Martin Kull, CEO und Inhaber der HRS Real Estate AG, am Donnerstag an der Medienkonferenz.

Und dieses Richtprojekt umfasst ein ebenerdiges Fussballstadion mit 10'000 Plätzen, dazu vier Hochhäuser mit Wohn- und Gewerbenutzung. Erarbeitet hat HRS dieses Projekt gemeinsam mit drei Architekten-Teams, mit Experten aus den Bereichen Städtebau, Landschaftsplanung, Verkehr und Soziologie sowie Vertretern der Stadt, des Kantons und der Stadion Aarau AG.

Stadion Aarau: «Diese Hürden sind zu überwinden»

Stadion Aarau: «Diese Hürden sind zu überwinden»

Beat Blattner, Verwaltungsratspräsident der Stadion AG, spricht über den grössten anzunehmenden Verzögerungsmarathon – und ist zuversichtlich.

Stadion kostet 36 Millionen

Die vier Hochhäuser sollen unterschiedlich hoch ausfallen: 75 Meter (25 Etagen), 69 Meter (23 Etagen), 63 Meter (21 Etagen) und 57 Meter (19 Etagen). «Die Höhe der Hochhäuser ist so gewählt, dass man sie nicht sieht, wenn man vom Schachen Richtung Altstadt blickt», so Patrick Gmür, Vertreter des federführenden Architektenteams Gmür-Gschwentner und ehemaliger Zürcher Stadtbaumeister.

Entstehen sollen in den Bauten insgesamt rund 600 Wohnungen, dazu ein Hotel mit 90 Zimmern. Geplant sind ausserdem zwei Parkhäuser mit separaten Einfahrten und insgesamt 600 Plätzen für Anwohner und Hotelgäste, dazu noch einmal 100 Plätze für Stadionbesucher. Das ergibt unter dem Strich rund 5000 Fahrten pro Tag – beim Einkaufszentrum hatte man noch mit rund 7500 Fahrten gerechnet. Auf dem Areal um das Stadion sollen verschiedene Freiräume entstehen.

Pläne für Aarauer Stadion bekannt

Pläne für Aarauer Stadion bekannt (Tele M1-Beitrag vom 21. Dezember 2017)

Kull machte unmissverständlich klar: «Wir wollen dieses Stadion realisieren.» Genauso klar ist aber auch: Ohne Querfinanzierung geht es nicht. «Ohne rechtskräftige Baubewilligung für die Hochhäuser wird es kein Stadion geben und ohne Stadion kein Hochhaus.» Das hat auch Auswirkungen auf den Zeithorizont. Solange keine rechtskräftige Baubewilligung für die Hochhäuser vorliegt, wird auch mit dem Bau des Stadions nicht begonnen.

HRS plant, das Baugesuch für die vier Hochhäuser nach den Sommerferien 2018 einzureichen. Damit die rechtskräftige und zwei Jahre gültige Baubewilligung für das Stadion nicht verfällt, wird vor dem 18. Mai 2018 mit dem Abbruch der bestehenden Gebäude begonnen. Läuft alles nach Plan, könnte der Spatenstich im Sommer 2019 erfolgen, das erste Spiel mit Saisonstart 2021/22. Die Swiss Football League verlangt, dass spätestens 2021 mit dem Stadionbau begonnen wird.

Der Vorteil der Querfinanzierung durch die Türme: Das Stadion kostet 36 Millionen Franken und damit genauso viel, wie 2007 im Vorvertrag vereinbart wurde. Gleich bleibt auch die Verteilung: Die Stadt Aarau zahlt 17 Millionen, die Ortsbürgergemeinde Aarau 6 Millionen, der Kanton Aargau 6 Millionen, die FC Aarau AG 2 Millionen und die HRS 5 Millionen. Für Beat Blattner, Verwaltungsratspräsident der Stadion Aarau AG, gibt es keine Alternative zum vorliegenden Projekt. «Alle anderen Wege führen den FCA in die Sackgasse von unteren Fussballligen.»

«Was will man mehr als im Zentrum zu wohnen?»

«Was will man mehr als im Zentrum zu wohnen?»

HRS-CEO Martin Kull über Hochhäuser, Leerwohnungsstand und Lebensqualität.

«Ich wünsche mir, dass das Referendum nicht ergriffen wird»

«Ich wünsche mir, dass das Referendum nicht ergriffen wird»

Stadtrat Lukas Pfisterer über mögliche künftige Einsprachen.