Aarau
Aarauer Stadion-Gegner fürchtet nach Zeitungsartikel radikale Fans

Mit einer Beschwerde verzögert ein Mann das Projekt für das neue Aarauer Fussballstadion zumindest. Nach einem Artikel im «Blick» ist es vorbei mit seiner Anonymität. Er fürchtet sich vor einem Übergriff. Nun hat er die Zeitung angezeigt.

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Wegen einer Einsprache liegt das neue Fussballstadion Torfeld Süd vorläufig auf Eis.

Wegen einer Einsprache liegt das neue Fussballstadion Torfeld Süd vorläufig auf Eis.

Am 20. August berichtete der «Blick» auf der Auftaktseite des Sportteils über den Stadiongegner, der mit seiner Einsprache den Bau des neuen Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd zumindest vorläufig blockiert. Das Gesicht des Mannes, der als Querulant bezeichnet wird, ist zwar verpixelt. Doch noch am selben Tag klingelte bei ihm zu Hause das Telefon. Und er stellte fest, dass seither Unbekannte um sein Haus schleichen und es fotografieren. Er fühlt sich enttarnt.

Der Stadiongegner hat deshalb bei der Kantonspolizei Aargau einen Strafantrag eingereicht. «Ich akzeptiere nicht, dass ich für die Ausübung eines Bürgerrechts als Verbrecher hingestellt werde», sagt er gegenüber der «SonntagsZeitung». Die Polizei sehe den Anfangsverdacht für Ehrverletzungsdelikte als gegeben. Die betroffenen Journalisten sollen zu einer Einvernahme vorgeladen werden, so ein Sprecher der Kantonspolizei.

Polizei verspricht Patrouillen

Die Polizei nimmt die Gefahr durch radikale Fussballfans ernst. Nachdem der «Blick»-Artikel erschienen war, versprach sie dem Stadiongegner, Patrouillen vorbeizuschicken.

Hanspeter Thür, oberster Datenschützer der Schweiz, nennt den Artikel gegenüber der «SonntagsZeitung» bedenklich, Medienrechtler Peter Studer einen «schlecht getarnten Aufruf zur «Hatz auf einen missliebigen Gegner».

Felix Bingesser, Chefredaktor Sport der «Blick»-Gruppe, verteidigt die Publikation gegenüber der Zeitung damit, dass eine Person genannt werden dürfe, die von ihrem Einspracherecht Gebrauch mache. Einsprachen seien zwar ein demokratisches Grundrecht, doch dieses gehe in «diesem speziellen Fall auf Kosten der Allgemeinheit». (pz)

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