Kolumne

Aarauer Schönheitschirurg über einen Männertraum: Sperma und Bier als Verjüngungselixier

Symbolbild

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Die Suche nach wirksamen Anti-Aging-Mitteln kostet Überwindung: Das meiste, was wirksam und gut ist, macht keinen Spass! Oder wie man so schön sagt: Wer schön sein will, muss leiden...

Ich habe noch niemanden erlebt, der es genossen hat, mit Botox-Nadeln traktiert und mit Laserlicht verbrannt zu werden. Auch der Verzicht auf Zucker, Weizenmehl und Alkohol ist für die meisten auf Dauer keine Freude. Die Sonne meiden und zweimal täglich Anti-Aging-Cremes ins Gesicht schmieren ist mühsam.

Aber zumindest für die Träger von XY-Chromosomen und deren libidinösen Fantasien gibt es einen Lichtblick: Spermidin. Den Namen verdankt dieser Stoff seinem Entdeckungsort: Sperma, wo er in üppiger Konzentration vorhanden ist. Welcher Mann hat nicht schon lange geahnt, dass seine Befruchtungsflüssigkeit wahre Wunder bewirkt? Jungbrunnen und Gesundheitselixier in einem – sicherlich gefragte Eigenschaften, welche den Straftatbestand «Samenraub» in den Kriminalstatistiken auf die vorderen Plätze katapultieren würden. Aber auch in Käsesorten wie Parmesan, in Pilzen und Vollkornprodukten findet sich der Wunderstoff Spermidin.

Aktuell befassen sich etwa 60 renommierte Labore weltweit mit dem Stoff Spermidin und untersuchen dessen lebensverlängernden Effekt. In diesen Tagen erscheint eine neue Studie. Diese zeigt: Labormäuse, die Spermidin verabreicht bekommen, weisen eine um 25 Prozent erhöhte Lebenserwartung auf. Das ist beeindruckend, denn kein anderer Stoff ist derzeit in der Lage, mit solchen Werten aufzuwarten. Die behandelten Labormäuse zeigten weniger Herzerkrankungen und ihre Gehirnsynapsen konnten unter dem Einfluss von Spermidin ihre jugendliche Struktur erhalten - das Gedächtnis bleibt leistungsfähig! Für die Demenzforschung ein spannender Ansatz. Auch die lebensverlängernde Wirkung auf menschliche Zellen wurde bereits nachgewiesen.

Lohnt es sich also, eine spermidreiche Nahrung zu sich zu nehmen ? Macht es Sinn, Parmesan über die Vollkornpasta mit Pilzen zu streuen? Eine Studie der Uniklinik Innsbruck und Graz hat die Folgen einer spermidinreichen Ernährung untersucht. Die Forscher haben 800 ältere Menschen genau nach ihren Ernährungsgewohnheiten gefragt. Bei Probanden mit einer spermidinreichen Ernährung war das Risiko, einen Herztod zu erleiden, um 50 Prozent verringert.

Wer die Kolumne bis hierhin gelesen hat, wird sich vermutlich fragen: und was ist mit dem in der Überschrift erwähnten Bier? Ich muss Sie leider enttäuschen, Bier enthält keine wesentlichen Anteile an Spermidin. Da in den laufenden Studien aber nachgewiesen wurde, dass Spermidin einen positiven Effekt auf die Leber hat, ja sogar Leberkrebs vorbeugen soll, ist es meiner männlichen Fantasie zu verdanken, dass man Bier ja mit Spermidin versetzen könnte.

Dann könnte ich ohne schlechtes Gewissen mein Feierabendbier trinken und gleichzeitig meiner Leber etwas Gutes tun – und dabei jung und knackig bleiben. Was für eine verlockende Vorstellung ...

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