Pandemie
Aarauer Restaurant-Lieferdienst Mondogusto ist gefragt wie noch nie: «Über die Festtage hat es ‹gräblet›»

Vor Corona lieferte Adriano Sarto für rund ein Dutzend Restaurants aus der Region – inzwischen sind es 18. Weil die Restaurants im Kanton zum zweiten Mal schliessen mussten, wird mehr bestellt.

Marina Bertoldi
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Liefert mit Maske, posiert fürs Foto ohne: Adriano Sarto.

Liefert mit Maske, posiert fürs Foto ohne: Adriano Sarto.

Zur Verfügung gestellt

Adriano Sarto hat intensive Tage hinter sich. Mit Ausnahme von Heiligabend lieferte er über die Feiertage Essen in die Stuben in und um Aarau. An Weihnachten etwa Menus vom Gasthof Schützen. «Es hat richtig ‹gräblet›», sagt der 43-Jährige. Im Coronajahr gingen nicht nur an Feiertagen viele Bestellungen ein: «Wir haben unglaublich viel zu tun», sagt er. Vor sieben Jahren hat er den Aarauer Essenslieferdienst Mondogusto gegründet. Dieser war 2020 so gefragt wie noch nie. Insbesondere jetzt, da die Restaurants im Kanton zum zweiten Mal schliessen mussten.

«Es fühlt sich so intensiv wie damals an, als ich den Lieferdienst frisch gegründet hatte», sagt Adriano Sarto. Acht bis zehn Mal mehr Bestellungen als in anderen Jahren hat er. «Während des Sommers waren es erwartungsgemäss etwas weniger.» Und es wird nicht nur mehr bestellt, es wollen auch mehr Restaurants ihre Gerichte liefern.

Anfangs hätten einige noch Vorbehalte gehabt, von der persönlichen Bewirtung auf einen Lieferservice umzusteigen. Doch es kamen immer mehr Anfragen: «Vor Corona lieferten wir für rund ein Dutzend Restaurants aus der Region. Inzwischen sind es 18», sagt der gelernte Bäcker.

Wegen der vielen Bestellungen helfen Freunde mit

Kürzlich kamen weitere Aarauer Restaurants wie die «Tuchlaube» und das «Waldmeier» dazu. Auch das «Andys Place» aus Erlinsbach oder das Schönenwerder «Fat n’Happy» arbeiten mit Sarto zusammen. In Zukunft werden sicher noch mehr dazukommen, sagt Adriano Sarto. Die meisten seiner Partner sucht man bei grösseren Lieferdiensten vergeblich. «Ich bin in Aarau aufgewachsen und kenne viele der Wirte und Restaurantbesitzer persönlich», erklärt Adriano Sarto.

«Ist möglich, bei verschiedenen Häusern zu bestellen»

Wenn die Betriebe zu weit weg sind oder es sich um Imbisse handelt, lehne er die Zusammenarbeit tendenziell ab, so Adriano Sarto. Mondogusto sei primär ein Lieferdienst für Restaurants. «Pizza und Döner kann ich überall bestellen», sagt er. Eine weitere Besonderheit: Beim Aarauer Lieferdienst muss man sich nicht unbedingt für ein Restaurant entscheiden. «Es ist möglich, gleichzeitig bei verschiedenen Häusern zu bestellen. Etwa, wenn die Kinder etwas anderes essen wollen als die Eltern», sagt der 43-Jährige.

Am Wochenende helfen Freunde und Bekannte

Nicht alle Restaurants, mit denen Adriano Sarto zusammenarbeitet, öffnen ihre Küche weiterhin für Take-away und Heimlieferungen. Einige bleiben ganz zu bis zum 22. Januar. Die meisten anderen haben die Arbeitszeiten angepasst und auf wenige Stunden pro Tag verkürzt. Für Adriano Sarto bedeutet das: viele Bestellungen in kurzer Zeit. Eine logistische Herausforderung für den Ein-Mann-Betrieb. Am Wochenende greifen dem 43-Jährigen daher zurzeit Freunde und Bekannte unter die Arme. «Wenn sich die Situation etwas beruhigt hat und die Nachfrage ähnlich bleibt, werde ich überlegen, ob ich zusätzlich Leute anstelle», sagt der 43-Jährige.