Abstimmung

Aarauer Rapper provozieren: Pädophile in die Schweiz ausschaffen

Zwei Aarauer Musikanten stellen sich mit ihrem neuen Videoclip gegen die Ausschaffungsinitiative: «Wasch los Schwiiz?»

Zwei Aarauer Musikanten stellen sich mit ihrem neuen Videoclip gegen die Ausschaffungsinitiative: «Wasch los Schwiiz?»

Schmed & Fleisch nennen sich zwei Musiker aus Aarau, die mit klaren Forderungen in den Abstimmungskampf einsteigen.

Abends über den Haag der Badi geklettert und im Lager zwei Bier geklaut. Nächtlicher Sprung ins Wasser. Bis Manuela und Besime in den Lichtkegel von Taschenlampen geraten. Die beiden müssen auf den Polizeiposten. War alles nicht so wild - für Manuela.

Für ihre Kollegin Besime bedeutet der nächtliche Ausflug: Ausschaffung in ihr Herkunftsland. So könnte es Besime zumindest der Vorstellung von Schmed & Fleisch nach ergehen, sollte die Ausschaffungsinitiative angenommen werden.

«Wa'sch los Schwiiz?»

In ihrem neuen Track «Wa'sch los Schwiiz?» schildern die beiden Aarauer kleine Dummheiten als Ausgangspunkt von Ausschaffungen. So nimmt der arbeitslose Luigi fürs Rasenmähen beim Nachbar Geld an. Und gerät deswegen ebenfalls in die Fänge der Ausschaffungsmaschinerie.

Getextet, gedreht und mit Musik unterlegt haben den Videoclip der 30-jährige Rafael Schmid und der 28-jährige David Merz. Wobei David mit Gitarre und Computer für die Musik sorgt, während Rafael Text und Gesang beiträgt.

Zusammen bilden die beiden seit nunmehr acht Jahren das Duo Schmed & Fleisch. Gedreht haben sie das Video zu ihrem neusten Wurf in und um den Hauptbahnhof in Zürich: «Eben dort, wo es viele Leute hat», wie Rafael sagt.

Fester Sendeplatz im Radio

Auf der Bühne treten Schmed & Fleisch nur selten auf. Ihre Hörgemeinde erreichen sie lieber über Internet und Radio. So gestalten Schmed & Fleisch jede Woche einen 90 Sekunden langen Wochenrückblick, der auf Radio Virus ausgestrahlt wird.

Rappt Rafael im Äther über die Ausschaffungsinitiative, dann fordert er dort etwa, dass der Fairness halber auch andere Staaten mitziehen müssten: Wären etwa asiatische Staaten mit von der Partie, gäbe es in der Heimat auch wieder mehr Schweizer - weil die Pädophilen nach Hause müssten.

«Ich kann es nicht mit meiner Überzeugung vereinbaren, wenn für meine ausländischen Freunde und Bekannte eine andere Rechtslage herrscht als für mich. Menschen, die hier geboren sind und genauso aufgewachsen sind wie ich», meint Rafael. «Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das Lied ‹Wa'sch los Schwiiz?› aufzunehmen und hoffen nun, damit die Menschen mobilisieren und an die Urne bringen zu können». (mik)

Kulturschaffende aus der ganzen Schweiz engagieren sich

Tsigan und Canavar sind nur zwei weitere Musiker, die denselben Schritt gemacht haben und mit eigenen Songs zum Abstimmen aufrufen. Den Beitrag des Berners Tsigan gibt es hier:

Mit «Mini Schwiz» tritt der Berner Rapper Tsigan für eine liberale Schweiz ein

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