Aarau
Aarauer Polizisten vertreiben Bahnhof-Dealer

Der Drogenhandel am Bahnhof Aarau floriert. Nun soll ein Grossaufgebot der Polizei den Verkauf von Drogen im Keime ersticken – und den Passanten mehr Sicherheit geben.

Deborah Balmer
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Polizisten wollen in erster Linie dafür sorgen, dass sich Bahnreisende wieder sicherer fühlen. Deborah Balmer

Polizisten wollen in erster Linie dafür sorgen, dass sich Bahnreisende wieder sicherer fühlen. Deborah Balmer

Wer in diesen Tagen am Bahnhof Aarau vorbeikommt, dem fallen die Gruppen von Polizisten auf: Diese sollen den Bahnreisenden das Sicherheitsgefühl zurückgeben. «Bahnreisende, die am Bahnhof vorbeikommen, sollen wieder ohne Angst und Störungen reisen können», sagt der Mediensprecher der Kantonspolizei Roland Pfister. «Seit Anfang März haben wir deshalb die Polizei-Präsenz am Bahnhof massiv erhöht», so Pfister.

Die uniformierten Polizisten patrouillieren zu unterschiedlichen Tageszeiten in kleinen Gruppen und markieren so Anwesenheit. Es sind Vertreter der Kantons-, Stadt- und der Transportpolizei dabei. «Im Vorfeld dieser Polizeiaktion gab es vermehrt Klagen von Bahnreisenden, Passanten, aber auch der Ladenbesitzer im neuen Bahnhof. Es habe auch Fälle gegeben, in denen Passanten über am Boden liegende Randständige steigen mussten, so Pfister. Und schon fast hemmungslos haben die Drogenhändler ihre illegalen Deals abgewickelt.

Drogenproblem ist Chefsache

«Seit die Polizei ihre Runden dreht, ist es massiv besser geworden», sagt ein Taxichauffeur, der oft Zeit hat, um die Szenerie zu beobachten. Er erinnert sich: «Während ich früher auf Kundschaft wartete, habe ich regelmässig gesehen, wie mit Drogen gehandelt wird. Direkt neben dem Haupteingang beispielsweise.»

Das Drogenproblem am Bahnhof Aarau wurde zur Chefsache. Polizeikommandant Stephan Reinhardt höchstpersönlich hat strengere Kontrollen rund um das Bahnhofgebäude angeordnet, wie Tele M1 in einem Beitrag berichtete. Dabei gehe es laut Pfister aber nicht um eine Razzia, sondern um eine Präventivaktion: «Wir wollen damit verhindern, dass Drogen gehandelt werden.»

Der Neubau zieht Leute an

In ein paar Wochen werde man dann laut Pfister sehen, ob sich die Aktion bewähre. «Dann ziehen wir Bilanz», so Pfister. Immer wieder führt die Polizei derzeit aber auch Personenkontrollen durch: Wer beim Drogenhandel erwischt wird, wird von der Polizei mitgenommen. Wie viele Betäubungsmittel am Bahnhof Aarau tatsächlich gehandelt werden, sei laut Mediensprecher der Kapo schwierig zu sagen.

Denn: «Wenn die Dealer die Polizei sehen, verschwinden sie oder sie schlucken die in Kugeln verpackten Drogen hinunter.» Pfister betont aber, dass es am Bahnhof nie gefährlich gewesen sei. Doch dass am Bahnhof mit Drogen gehandelt wird oder wurde, war auch für Passanten nicht zu übersehen.

Roland Pfister sieht den Grund beim Neubau: «Es ist hier grösser und heller als an anderen Bahnhöfen – zudem haben die Geschäfte lang offen.» Das ziehe natürlich verschiedene Leute an. Und auch nicht irrelevant sei, dass sich nicht unweit des Bahnhofs die Asylunterkunft «Casa Torfeld» befinde.