Aarau
Aarauer Neujahrsblätter sind nicht nur was für Nostalgiker

Die Buchpremiere für die Aarauer Neujahrsblätter 2013 fand im Naturama statt. Nicht nur Nostalgiker kommen da auf ihre Kosten. Stadtammann Marcel Guignard verspricht aber: Das Schlössli bleibt trotz moderner Erweiterung ein Schlössli, kein Schloss.

Hubert Keller
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Die Vernissagegäste suchen im Naturama Antworten auf die Wettbewerbsfragen

Die Vernissagegäste suchen im Naturama Antworten auf die Wettbewerbsfragen

Hubert Keller

In den Aarauer Neujahrsblättern kämen die Nostalgiker auf ihre Kosten, jene unter den Leserinnen und Lesern wie unter den Autoren, schreibt az-Redaktor und Präsident der Redaktionskommission Thomas Röthlin im Vorwort.

Geschichtsinteressierte sind nicht per se Nostalgiker; diese kommen, dies zu ihrer Beruhigung, auch bei der Ausgabe 2013 der Neujahrsblätter nicht zu kurz. Es sind die Häuser, wie Thomas Röthlin an der Buchpremiere im Naturama erklärte, die Häuser, die den Charakter der Stadt Aarau ausmachten und deren Entwicklungsgeschichte aufzeigten.

Es sind Häuser wie das Schlössli, dessen Geschichte bis zur aktuellen Erweiterung nachgezeichnet wird, oder das Pestalozzischulhaus, das gegenwärtig saniert wird, oder das Naturama, das vor zehn Jahren aus dem Aargauischen Naturmuseum entstanden ist und dieses Jahr das Jubiläum feierte. Wenn Röthlin von Nostalgie redet, meint er unter anderem den Beitrag von Charlotte Parry-Brühlmann, die ihre Kindheitserinnerungen an die Villa Rebhalde aufgeschrieben hat und einen wehmütig stimmenden Einblick in ein Familienleben gewährt.

Schlössli bleibt Schlössli

Stadtammann Marcel Guignard nahm den Faden, den Röthlin im Vorwort gelegt hat, auf und beruhigte die Nostalgiker mit einem Augenzwinkern: Auch wenn das Schlössli nun eine moderne Erweiterung erhalte und quasi zum Schloss mutiere, bleibe es das Schlössli, genauso wie man beim KuK noch immer vom Saalbau rede. Er erwähnte unter anderem den Aufsatz von Markus Christen über die Geschichte der Theatertage, die sich zur festen Grösse in der städtischen Kulturagenda entwickelt hätten. Keine einfache Geschichte, meinte Guignard, die Theatertage hätten manche Hürden überwinden müssen, wie vieles in Aarau, und dennoch habe das Engagement nie nachgelassen.

Gastgeber Peter Jann, Direktor des Naturama, erinnerte gerne an die Bedeutung seines Hauses, das in den vergangenen zehn Jahren 450 000 Besucher zählte. Die Autoren der Neujahrsblätter und die Gäste der Vernissage, die an einem Wettbewerb teilnahmen, wissen nun, dass der erste Aargauer Bundesrat, Friedrich Frey-Herosé, dem Naturmuseum das Tierpräparat eines Riesenalks vermachte. Dabei handelt es sich um einen Seevogel, der, wie viele andere Tierarten, ausgestorben ist. Ist das Nostalgie?