Parteitag

Aarauer Mitarbeiterin von FDP-Präsidentin Gössi: «Mein Job ist 130 Prozent Wahlkampf»

Arbeitet bei Petra Gössi: die Aarauer FDP-Einwohnerrätin Anna Wartmann.

Arbeitet bei Petra Gössi: die Aarauer FDP-Einwohnerrätin Anna Wartmann.

In Aarau findet am Samstag der nationale «Tag der FDP» statt. Es kommen ihre zwei Bundesräte und 1500 Parteimitglieder. Mittendrin: Anna Wartmann.

Zwei Bundesräte, nahezu alle aktuellen FDP-Bundesparlamentarier, insgesamt etwa 1500 Liberale. Die Freisinnigen feiern am Samstag in der Aarauer Schachenhalle den «Tag der FDP 2019». Ein Volksfest mit einem einstündigen geschäftlichen Teil. Und vor allem: der grosse Wahlkampfauftakt. Dass dieser Anlass in Aarau stattfindet, ist nicht ganz zufällig: Eine Aargauerin spielt im 30-köpfigen Generalsekretariat der FDP Schweiz eine wichtige Rolle. Anna Wartmann, 33, ist seit Juni 2017 im Team von Parteipräsidentin Petra Gössi, 43. Seit Sommer 2018 ist sie zuständig für die Deutschschweizer Kantonalparteien.

«Es ist ein Drive da. Das ist motivierend.»

«Mein Job ist 130 Prozent Wahlkampf», sagt Anna Wartmann. Über den Formstand der Freisinnigen hat die «NZZ» am Mittwoch geschrieben: «Wäre da nicht die Klimadebatte, könnte die FDP mit Zuversicht auf den 20. Oktober blicken.» Die Partei hat bei den letzten eidgenössischen Wahlen – noch unter der Leitung von Ständerat Philipp Müller – den Wähleranteil um 1,3 Punkte auf 16,4 Prozent gesteigert. Im Aargau gewann sie 2015 ein drittes Mandat, das es jetzt zu verteidigen gilt.

In der «NZZ» stand auch: «Die nationale Führung der FDP ist mit relativ jungen und frischen Kräften gut aufgestellt.» Das bestätigt Anna Wartmann und meinte damit nicht nur Parteipräsidentin Petra Gössi (seit 2016 im Amt): «Das Durchschnittsalter im Generalsekretariat beträgt 31 Jahre.» Der «Tag der FDP» werde von zwei 23-Jährigen organisiert. Die Stimmung im Team sei gut, die Hoffnung auf Mandatsgewinne intakt. «Es ist ein Drive da. Das ist motivierend», sagt Anna Wartmann.

Der Start der heissen Phase des Wahlkampfs

Betrachtet man die nationalen Volksabstimmungen, weiss die FDP den Souverän in 94 Prozent der Fälle hinter sich. Und Studien attestieren ihr, dass sie – theoretisch – die grösste Wählerbasis hat. Also am meisten Leute, die sie wählen würden – wenn sie denn an die Urne gingen. Anders als die Polparteien wie SVP und SP können die Freisinnigen nicht durch laute Problem-Bewirtschaftung auf sich aufmerksam machen. «Wir müssen mobilisieren», erklärt Anna Wartmann. Etwa mit dem Grossanlass vom Samstag. «Es geht darum, die heisse Phase des Wahlkampfs einzuläuten. Zu zeigen, dass wir gemäss unserem Motto ‹Gemeinsam weiterkommen› gemeinsam etwas schaffen wollen», so Wartmann.

Ab 11.30 Uhr findet der öffentlich zugängliche Festakt mit Reden der Bundesräte Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis sowie Petra Gössi statt. Zudem wird das «Plakat für die heisse Phase» enthüllt. Ab 13 Uhr steigt das Volksfest mit Gratisverpflegung (eine Art Street Food mit Schweizer Spezialitäten). Vor Ort ist auch der FDP-Heissluftballon.

Erstmals «von Tür zu Tür» in 40 Aargaur Gemeinden

Zur Mobilisierung gehört auch der «Tür zu Tür»-Wahlkampf, etwas, das es so hierzulande noch nicht gegeben hat. Man orientiere sich hier am Beispiel des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und habe das bei kantonalen und städtischen Wahlen im Frühling bereits mit Erfolg getestet, erklärt Anna Wartmann. Landesweit würden knapp 200 Sektionen mitmachen, 40 davon im Aargau. Wie das konkret funktioniert, illustriert Anna Wartmann am Beispiel der Kantonshauptstadt. Anfang Juli habe eine Gruppe von Freisinnigen unter Leitung von Pascal Benz bei 300 Haushalten vorgesprochen – als Test. Im August und Oktober werde die Aktion an je zehn Daten fortgesetzt. Im Oktober würden gezielt Leute ein zweites Mal besucht, die beim ersten Kontakt erklärten «Ich könnte mir vorstellen, FDP zu wählen».

Anna Wartmann war zwei Jahre Präsidentin der Jungfreisinnigen

Anna Wartmann ist in Brugg aufgewachsen, wohnt heute in Aarau, gehört dort dem Einwohnerrat an. Sie engagiert sich in der Hochrheinkommission. 2015/16 war sie Präsidentin der Jungfreisinnigen Aargau. Sie hat in Genf internationale Politik studiert, absolvierte 2014 ein halbjähriges Praktikum auf dem Generalsekretariat der FDP Schweiz, war dann anderthalb Jahre persönliche Mitarbeiterin des damaligen Nationalrats Ruedi Noser und arbeitete schliesslich im Bereich «Public Affairs» der UBS.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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