Zyklon
Aarauer koordiniert Hilfseinsätze in Moçambique

Ein Wirbelsturm hat am Wochenende in Moçambique und Simbabwe eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Hunderttausende Menschen sind obdachlos. Administrative Hilfe kommt auch aus Aarau.

Stefania Telesca
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Einheimische helfen beim Einladen von Reis in die Cessna der MAF.

Einheimische helfen beim Einladen von Reis in die Cessna der MAF.

Mission Aviation Fellowship

Mit Windböen von bis zu 160 Stundenkilometern stiess Zyklon «Idai» in der Nacht auf vergangenen Freitag auf Land. Der Sturm könnte in Moçambique und Simbabwe 1000 Menschenleben gefordert haben, wie Moçambique-Präsident Filipe Nyusi am Montag mitteilte.

Die internationale Non-Profit-Organisation «Mission Aviation Fellowship» (MAF) hat ihr schweizerisches Hauptquartier in Aarau. Mit 135 Flugzeugen in schwer zugänglichen Gebieten weltweit setzt sich das christliche Flugunternehmen für Menschen in Notlagen ein. Nun fliegt die MAF auch erste Einsätze in Moçambique, wie die Schweizer Geschäftsstelle in Aarau schreibt. Ein erster Erkundungsflug habe gezeigt, dass ganze Strassenabschnitte weggespült und Brücken zerstört worden waren. Zahlreiche Überlebende sind auf die Dächer ihrer Häuser geflohen, wie die Luftaufnahmen zeigten. Die Anzahl Betroffener wird auf 2,5 Millionen geschätzt.

Zusammenarbeit mit dem Bund

Diese Erkundungsflüge, welche mit dem Mozambique National Institute of Disaster Management und World Food Program durchgeführt werden, dienen in der Schweiz dazu, die Zusammenarbeit mit dem Bund zu koordinieren, erklärt Hansjörg Leutwyler, Geschäftsleiter der MAF in Aarau: «Diese Luftaufnahmen sind ein wichtiges Hilfsmittel zur Lagebeurteilung und haben genaue Koordinaten. Sie geben relativ schnell einen Überblick über die Katastrophe und zeigen, wo welche Dörfer unter Wasser stehen und wo die Not am grössten ist.»

Im Austausch mit dem Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) sei man im Austausch betreffs finanzieller Unterstützung und der logistischen Zusammenarbeit. Darum kümmert sich aus Aarau aus ein Teammitglied des sogenannten «Desaster Response Team», erklärt Leutwyler. Im Jahr 2018 unterstützte das SKH die Non-Profit-Organisation mit 100'000 Franken.

Die Menschen retten sich auf die Dächer.

Die Menschen retten sich auf die Dächer.

ZVG/Mission Aviation Fellowship

Von Aarau aus sind für die MAF zurzeit 23 Fachkräfte im Ausland im Einsatz, darunter auch im betroffenen Krisengebiet im südöstlichen Afrika: «Da MAF bereits seit Jahren in Moçambique stationiert ist und mit den lokalen Verhältnissen vertraut ist, kann sich die Organisation gezielt für die Notleidenden einsetzen», schreibt die MAF in ihrer Mitteilung. Nebst den fix Stationierten Mitarbeitern gebe es rotierende Einsatzteams, die je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, rausfliegen und den Lokalen für zwei bis drei Wochen helfen, erklärt Hansjörg Leutwyler: «Man beobachtet in solchen Krisensituationen die Lage und schaut, ob es weiterhin starke Regenfälle gibt, ob sich mögliche Epidemien ausbreiten und auch wie die Versorgungslage ist.» Möglicherweise fliege das involvierte Teammitglied aus Aarau dann in einem weiteren Schritt in das Krisengebiet.

Die Fachkräfte des christlichen Flugunternehmens MAF sind alles Berufspiloten, aber auch Mechaniker sowie Personen, die im administrativen Bereich arbeiten. Weltweit setzen sich 1300 Mitarbeiter ein. Die Organisation fliegt jedes Jahr dreihundert Mal um die Welt.

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