Öffentlicher Verkehr
Aarauer können bis Wila sitzen bleiben: Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel

Wer regelmässig mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist und seine Verbindungen auswendig kennt, läuft am 9. Dezember Gefahr, den Zug oder den Bus zu verpassen. Denn dann tritt der revidierte Fahrplan in Kraft. Was bringt er für die Region Aarau?

Nadja Rohner
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Aarau wird – genauso wie Lenzburg – mit der neuen S 11 besser an den Raum Winterthur angebunden. (Archiv)

Aarau wird – genauso wie Lenzburg – mit der neuen S 11 besser an den Raum Winterthur angebunden. (Archiv)

Severin Bigler

Die gewichtigste Änderung ist die neue S 11, sozusagen die Nachfahrin der S 3 (Aarau–Lenzburg–Zürich). Die neue S-Bahn-Linie fährt ganztags im Halbstundentakt. Sie soll die bisher meistgenutzte S-Bahn der Schweiz, die S 12 (Brugg–Winterthur) entlasten. Die S 11 fährt nach Zürich nicht in Richtung Wetzikon wie die S 3, sondern zuerst nach Winterthur und dann abwechselnd nach Seuzach oder Sennhof-Kyburg beziehungsweise in den Hauptverkehrszeiten bis nach Wila im Tösstal. Wer will, kann also in Aarau 7.47 ein- und gut anderthalb Stunden später in Wila wieder aussteigen. Weitaus nützlicher dürfte aber – aus Aarauer beziehungsweise Lenzburger Sicht – der Umstand sein, dass die S 11 wie bisher die S 3 an den für Berufspendler wichtigen Haltestellen wie Altstetten, Hardbrücke oder Stadelhofen hält. Die S 11 erhält zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Aarau und Dietikon einen Halbstundentakt mit extralangen Zügen und zusätzlichen Sitzplätzen – diese Züge halten aber nicht in Othmarsingen.

S26 ohne Halt in Rupperswil

Auch auf anderen S-Bahn-Linien gibt es wichtige Änderungen. Die S 26, die bisher von Rotkreuz via Freiamt bis nach Aarau gefahren ist, wird verlängert. Neu fährt sie bis nach Olten, wo Anschlüsse an die Intercity-Züge nach Bern und Luzern bestehen. Allerdings hält die S 26 nicht mehr in Rupperswil. «Als teilweise Kompensation (Abschnitt Aarau–Rupperswil)», so schreibt die SBB, «verkehrt die S 29 neu täglich im Halbstundentakt.»

Diese S 29 deckte bisher die Strecke Langenthal–Olten–Aarau–Turgi ab. Aber sie wird kastriert: «Die S 29 verkehrt neu isoliert zwischen Aarau und Turgi», so die SBB. Das hat mit den Eppenbergtunnel-Bauarbeiten zu tun. Immerhin: Die S 29 hat neu auch am Wochenende einen Halbstundentakt und fährt abends zwei Stunden länger (bis 22 Uhr).

Eine Einbusse gibt es für Wildegg: Der Regioexpress Olten–Aarau–Wettingen hält nicht mehr mit allen Zügen dort an. Keine Änderungen gibt es hingegen bei der Wynen- und Suhrentalbahn. Das bestätigt Erwin Rosenast, Kommunikationsleiter von Aargau Verkehr, auf Anfrage.

Bus: Bessere Anschlüsse

Beim Busbetrieb Aarau AG kommt es zu zwei Umbenennungen der Haltestellen: Auf den Linien 4 und 6 (Aarau–Suhr) heisst die Haltestelle «Central» neu «Gemeindehaus» und auf der Linie 1 (Aarau–Buchs) wird aus dem «Altersheim» das «Alterszentrum». Eine Änderung gibt es ausserdem auf der Linie 6, die neu am Abend via Mattenweg–Grillenweg fährt.

Bei der Regionalbus Lenzburg AG werden «geringfügige Minutenanpassungen auf verschiedenen Linien» vorgenommen, so Urs Lüscher, Leiter Betrieb. Die wichtigste Änderung kommt den ganz frühen Vögeln zugute: Bei den Frühkursen dreier Linien wird sichergestellt, dass die Pendler am Bahnhof Lenzburg um 5.49 Uhr den Interregio nach Zürich HB erwischen. Das gilt von Montag bis Freitag für die Linien 381 (Hypiplatz–Lenzburg Bahnhof–Niederlenz–Möriken–Wildegg) und 391 (Langsamstig–Lenzburg Bahnhof–Berufsschule–Schloss). Und von Montag bis Samstag für die Linie 390 (Hypiplatz–Lenzburg Bahnhof–Staufen–Schafisheim– Seon–Egliswil–Seengen–Meisterschwanden–Fahrwangen–Bettwil).

Auch Postauto passt an

Die Postauto AG meldet mehrere kleinere Anpassungen der Abfahrtszeiten. In der Regel sollen damit Anschlüsse verbessert werden. Etwa auf dem Schnellkurs Aarau–Frick: Hier steht der Bus eine Minute länger in Aarau, damit die Pendler, die von Olten her mit dem Zug ankommen, den Bus ins Fricktal nicht verpassen. Am Morgen fährt der Schnellbus aus demselben Grund eine Minute früher in Frick ab.

Auf der Linie Wildegg–Auen-stein–Schinznach gibt es Verschiebungen : «Durch Minutenanpassungen können die Anschlüsse in Wildegg besser gesichert werden», so Postauto. Und an den Bahnhöfen Baden und Brugg wird vermehrt darauf geachtet, dass die Postautos den Zug-Ankömmlingen aus Aarau nicht vor der Nase wegfahren.