«Ich mach no e Rundi!» – Vizestadtpräsident Werner Schib will gar nicht mehr vom «Carvelo» runterkommen. Es ist ja auch lässig, mit Batterieunterstützung durch die Altstadt zu flitzen, und wenn die Ladefläche leer ist, gehts sowieso noch einfacher. Dabei hätten auf Schibs Gefährt zwei Kinder Platz (Gurten sind schon integriert), ein paar Altpapierstapel, Sperrmüll oder die Wocheneinkäufe – bis zu 100 Kilo schwer.

Aarau ist die 38. Gemeinde in der Schweiz, die bei «Carvelo2go» mitmacht. Das Projekt, bei dem Transport-E-Bikes mit grosser stabiler Ladefläche ausgeliehen werden können, gibt es seit 2015. Es ist ein Angebot der Mobilitätsakademie des TCS und des Förderfonds Engagement Migros.

Fünf «Carvelos» stehen ab sofort in Aarau zum Mieten bereit: beim Café Tuchlaube, beim Naturama, bei der Post Telli, der Stadtbibliothek und der Stiftung Töpferhaus. Wer die Velos nutzen möchte, muss sich via App oder Online-Plattform registrieren, danach kann man sie reservieren. Die Buchungsgebühr beträgt fünf Franken, eine Stunde Miete zwei Franken. TCS-Mitglieder sowie «Carvelo»-Abonnenten erhalten 50 Prozent Rabatt.

Gesponsert werden die Aarauer Velos vom TCS, der Post und der Stadt. Letztere hat zwei Velos à je 5000 Franken gekauft, dazu leistet sie eine Anschubfinanzierung für das Projekt. Insgesamt investiert Aarau 20 000 Franken. Werner Schib begründet das mit der Förderung des Langsamverkehrs und der Steigerung der Lebensqualität. Im März hat das Aarauer Stimmvolk entschieden, dass die Förderung des Langsam- und öffentlichen Verkehrs in der Gemeindeordnung verankert werden soll. «Für uns ist das eine Verpflichtung, Verbesserungen für den Veloverkehr zu realisieren», so Schib.

Die Einführung von «Carvelo2go» sei ein Puzzlestein der Bemühungen, den Velo-Anteil am innerstädtischen Verkehr zu steigern. «Man kann mit einem Carvelo ein Auto ersetzen», sagt denn auch Projektleiterin Mirjam Stawicki.

Gewartet werden die E-Bikes von «e-motion» und «Unterwegs», zwei Velohändler in Hunzenschwil und Aarau. So soll sichergestellt werden, dass sie immer einsatzfähig sind.