Hauskehricht
Aarauer Ghüder verschwindet im Loch – das hat einige Vorteile

Unterflursammelstellen sind im Trend. Die Stadt Aarau prüft nun eine grössere Investition.

Urs Helbling
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Deckel auf, Sack rein. Unterflursysteme (Bild aus der Stadt Basel) sind bei den Konsumenten beliebt.bz

Deckel auf, Sack rein. Unterflursysteme (Bild aus der Stadt Basel) sind bei den Konsumenten beliebt.bz

Kenneth Nars

Die Vorteile sind gross: Die Anwohner können den Abfall an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr entsorgen. Es stehen nie Kehrichtsäcke in den Gassen und Strassen. Und es gibt weder Geruchsprobleme noch haben Stadtfuchs und Krähen eine Chance, die Säcke aufzureissen.

Die Entsorgungssysteme mit Unterflurcontainern werden darum immer beliebter – auch wenn die Investitionen relativ hoch sind. Im Aargau hat die Stadt Zofingen als erste Unterflursammelstellen eingeführt – und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Jetzt werden in Aarau ernsthafte Überlegungen angestellt, Unterflurcontainer zu errichten. Ein Test mit einer zentralen, noch oberirdischen Kehrichtsammelstelle auf dem Färberplatz sei sehr gut angelaufen, erklärt Regina Wenk, die Leiterin des städtischen Werkhofes.

«Im nächsten Frühling werden wir entscheiden, ob wir im Bereich der Altstadt Unterflursysteme einrichten werden. Angedacht sind drei bis fünf Unterflur-Container.» Ähnliche Systeme gibt es ausser in Zofingen beispielsweise in Olten, Winterthur oder in Zürich.

Kehrichtwagen mit Kran nötig

Wie werden die Container geleert? Im Idealfall mit einem speziellen Kehrichtwagen, der über einen starken Kran verfügt. In Aarau wird ein solcher Lastwagen frühestens 2018 zur Verfügung stehen. Denn für das übernächste Jahr ist der Ersatz eines der Fahrzeuge geplant. «Der Werkhof der Stadt Aarau besitzt vier Kehrichtwagen. Davon ist einer Reserve. Er wird etwa bei sehr hohem Kehrichtanfall – wie gestern Dienstag – eingesetzt», erklärt Wenk.

Und weiter: «Damit die Unterflursysteme geleert werden können, muss das Reservefahrzeug leicht umgebaut werden. In einer Übergangsphase ist die Mithilfe eines zweiten Lastwagens notwendig. Er ist mit einem Kran ausgerüstet und wird heute beispielsweise für die Leerung von Glascontainern eingesetzt.»

Der Werkhof der Stadt Aarau entsorgt den Müll nicht nur in Aarau Rohr, sondern auch in Biberstein. Wegen des Bevölkerungswachstums und wegen der guten konjunkturellen Lage sind die Abfall-Belader stark gefordert. Sie müssen mehr abführen. «2015 lieferten wir 4334 Tonnen Kehricht in die Kehrichtverbrennungsanlage.

Dieses Jahr dürften es etwas mehr als 4350 Tonnen sein», erklärt Regina Wenk. Im Jahr 2015 war der Dezember der Monat mit dem grössten Kehrichtanfall: insgesamt 411 Tonnen. Im Februar waren es nur 312 Tonnen.

Keine grossen Veränderungen gab es dieses Jahr im Bereich der Grünabfuhr. Bis Ende November wurden 1870 Tonnen eingesammelt. Im Dezember dürften noch etwa 130 Tonnen dazukommen, sodass sich die Gesamtmenge im Bereich des Vorjahres bewegen wird.

Regina Wenk betont: «Wir legen hohen Wert auf eine saubere Stadt. Nicht ordnungsgemäss abgelegte Kehrichtsäcke sind ein Problem.» Das gilt speziell für die Altstadt. Darum wird nach neuen Lösungen gesucht – wie mit den Unterflursystemen.