Die Stiftung «aarau eusi gsund stadt» wird per 30. Juni aufgelöst. Der Einwohnerrat hat schon vor über einem halben Jahr beschlossen, die finanzielle Unterstützung für die Stiftung einzustellen. Damit spart man insgesamt 190 000 Franken – allerdings erst ab 2017: Weil für gewisse laufende Projekte bis Ende Juni 2016 Verpflichtungen bestehen, können diese nicht einfach abgebrochen werden. Deshalb bleibt die Gesundheitsstiftung bis Mitte dieses Jahres bestehen. Der Einwohnerrat hat dafür 95 000 Franken bewilligt. Das Label «aarau eusi gsund stadt» solle aber nicht ganz verschwinden, versprach Vize-Stadtpräsidentin und Stiftungsratspräsidentin Angelica Cavegn Leitner schon an der Einwohnerratssitzung vom vergangenen Juni; man werde versuchen, diese «Pionierarbeit der Gesundheitsförderung» mit anderen Geldquellen fortzusetzen.

Niemand will mehr Geld geben

Heute ist klar: Dieses Versprechen kann die Vize-Stadtpräsidentin nur teilweise einlösen. Andere Geldquellen hat der Stiftungsrat nämlich nicht gefunden, obwohl Kanton, Nachbargemeinden und weitere Institutionen angefragt wurden. Der Kanton hat zwar bisher immer mal wieder Geld an die Stiftung gezahlt, aber stets projektbezogen. Und die Beiträge der anderen Gemeinden bewegten sich im Bereich von ein paar hundert Franken. Eine Erhöhung, das machten die Angefragten klar, werde es nicht geben. Das Aus für «aarau eusi gsund stadt»?

Nein, sagt Cavegn Leitner, man habe eine Lösung gefunden, um das Label beizubehalten. Da bereits seit Herbst 2015 eine administrative Zusammenarbeit mit «aarau info» bestehe, habe der Stiftungsrat den zuständigen Dachverein Aarau Standortmarketing (VAS) angefragt, ob er das Label übernehmen und als Plattform für gesundheitsfördernde Aktionen zur Verfügung stehen möchte.

«Der VAS-Vorstand hat die Weiterführung des Namens und des Logos ‹aarau eusi gsund stadt› begrüsst – und auch ich bin sehr zufrieden mit dieser Lösung», so die Vize-Stadtpräsidentin. Der VAS setze sich ohnehin für die Vermarktung von Angeboten in der Region ein, auch für Gesundheitsangebote wie Joggingstrecken oder Schwimmbäder. Der VAS werde nun die bisher von der Gesundheitsstiftung vermarkteten Kurse und Veranstaltungen aufnehmen und weiter unter dem Label «aarau eusi gsund stadt» unter anderem auf der aarauinfo.ch bewerben. Personelle Konsequenzen habe die Auflösung der Stiftung nicht: Gründer und Geschäftsführer Kurt Röthlisberger werde Ende Juni ohnehin pensioniert – ein Monat nach dem ordentlichen Termin. 

Bleibt also alles beim Alten? Nicht ganz. Etwa 80 Prozent der Angebote, die von der Gesundheitsstiftung beworben werden, stammen von Drittanbietern und bleiben gleich. Die restlichen Veranstaltungen und Projekte hat die Stiftung selber organisiert – den Stadtlauf etwa, oder die Nichtraucher-Kampagnen. «Das werden wir nicht weiterführen», stellt Marcel Suter, Geschäftsführer von Aarau Standortmarketing, klar. «Anlässe wie den Stadtlauf werden wir aber auch künftig bewerben, sofern ihn jemand anderes organisiert.» Für Nonprofit-Organisationen werde auch die Vermarkung durch den VAS kostenlos bleiben. Und was springt für den Verein Aarau Standortmarketing dabei raus? Suter: «Je mehr wir kommunizieren können, desto unverzichtbarer ist unsere Website als Werbeplattform für Aarau. Wir wollen irgendwann das Google von Aarau werden – das ist natürlich ein sehr weiter Weg, aber immerhin hatten wir im letzten Jahr 180 000 einzelne Besucher auf unserer Homepage.»

Schwimmkurs wird viel teurer

Bereits zu reden gibt in der Stadt eine Änderung bei den Kinder-Schwimmkursen. Eltern ärgern sich darüber, dass die von «aarau eusi gsund stadt» mitorganisierten Kurse in den Frühlingsferien neuerdings das Vierfache kosten. Bisher zahlten sie für 5 Schwimmlektionen 20 Franken, dieses Jahr sind es plötzlich 80. Das hat aber nicht direkt etwas mit dem Aus für die Stiftung zu tun – Angelica Cavegn Leitner erklärt: «Bisher haben die Gemeinde Erlinsbach und die Schulpflege Aarau einen bedeutenden Betrag an die Schwimmkurse gezahlt. Im Rahmen der Stabilo-Massnahmen wurde dieser gestrichen. Nun zahlen die Eltern die normalen Ansätze des Schwimmclubs Aarefisch, der neu die Frühlingsschwimmkurse durchführt.» Die Semester-Schwimmkurse werden laut Cavegn Leitner ab Schuljahr 2016/2017 vom freiwilligen Schulsport Aarau übernommen und ins kostenlose J+S-Kindersport-Angebot integriert.