Flüchtlinge
Aarauer FDP-Einwohnerräte kritisieren Verhalten von Asylbewerbern

Sind Asylsuchende in Aarau vermehrt alkoholisiert? Und warum fallen sie negativ auf? Diese Frage werfen zwei Einwohnerräte auf - unabhängig vom Todesfall in der Asylunterkunft am Samstag.

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Bis zu 200 Asylbewerber lebten zeitweise in der Bundesunterkunft im Truppenlager in Bremgarten – die Kaserne selber wird, wie die Anlagen in Aarau und Brugg, aber nicht zum Asylzentrum. .jpg

Bis zu 200 Asylbewerber lebten zeitweise in der Bundesunterkunft im Truppenlager in Bremgarten – die Kaserne selber wird, wie die Anlagen in Aarau und Brugg, aber nicht zum Asylzentrum. .jpg

Emanuel Freudiger

Wie umfassend und in welchem Rahmen werden junge Asylbewerber über die hierzulande geltenden Verhaltensregeln in der Öffentlichkeit informiert? Und wie wird sichergestellt, dass sie diese Regeln einhalten? – Das ist der Kern einer Anfrage, welche die beiden freisinnigen Aarauer Einwohnerratsmitglieder Barbara Urech-Eckert und Christian Oehler beim Stadtrat deponiert haben.

Das Verhalten der jungen männlichen Asylsuchenden, schreiben die beiden, falle immer wieder und zum Teil massiv negativ auf. «Insbesondere befremdet das Ignorieren unserer Regeln zum Verhalten in der Öffentlichkeit.»

Barbara Urech-Eckert und Cristian Oehler nennen Beispiele: Am Balänenweg und beim Alpenzeiger würden die Männer bis in die frühen Morgenstunden bechern. Ihr lautes Verhalten und das Entsorgen des Leerguts in den nahen Gärten falle unangenehm auf. «Neben Flaschen und Dosen werden auch Essensresten über die Gartenmauern von Privatliegenschaften geworfen.» Weiter sei am Maienzugabend im Schachen «das unsittliche Verhalten dieser männlichen Personen wahrgenommen worden». Der Hinweis, solches sei in der Schweiz nicht tolerierbar, sei ignoriert worden. Auch hier sei, neben Arroganz, Alkohol im Spiel gewesen.

Auch das Verhalten von Schweizern sei gelegentlich fragwürdig, schreiben Urech-Eckert und Oehler. «Jedoch haben wir es in diesem Ausmass noch nie wahrgenommen, ausser bei den Fussballfans.»

Ob der Stadtrat plane, um die Situation zu verbessern, ja, ob für fehlbare Personen Massnahmen vorgesehen seien, wollen die Fragesteller wissen. Dabei denken sie selber offenbar an Reinigungsarbeiten im öffentlichen Raum, Rayon-, Alkohol- und Drogenverbote, eine Meldepflicht bezüglich Aufenthaltsort in der Stadt und das Versetzen in eine andere Unterkunft. (uw)