Lenzburg
Aarauer Dirnenmörder bleibt mindestens noch ein Jahr im Gefängnis

Der Fall von Tobi B. sorgt weiter für Schlagzeilen: Trotz seiner Gefährlichkeit könne er freikommen, hiess es. Doch nun hat das Bezirksgericht Lenzburg verfügt, dass der Dirnenmörder hinter Gitter bleibt – zumindest bis im April 2015.

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Der Aarauer Dirnenmörder im November 2011 auf dem Weg ins Gericht.

Der Aarauer Dirnenmörder im November 2011 auf dem Weg ins Gericht.

Silvan Hartmann

Die Gefahr, dass der rückfallgefährderte Mörder Tobi B. freikommt, ist gebannt: Das Familiengericht hat nun entschieden, dass Tobi B. zumindest bis April 2015 in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg (JVA) bleibt. In dieser seien nun alle Voraussetzungen für einen fürsorgerischen Freiheitsentzug erfüllt. Sie sei damit eine «geeignete Einrichtung».

Der heute 23-jährige Tobi B. hatte vor sechs Jahre eine Prostituierte im Aarauer Sex-Salon «Metro» vergewaltigt und umgebracht. Das Jugendgericht Lenzburg verurteilte ihn am 24. November 2011 wegen Mordes, sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu einem Freiheitsentzug von vier Jahren, der höchstmöglichen Strafe gemäss Jugendstrafgesetz.

Tobi B. war zum Tatzeitpunkt minderjährig. Deshalb lief seine Strafe an seinem 22. Geburtstag im Jahr 2012 aus. Er hätte dann eigentlich entlassen werden müssen. In einem psychologischen Gutachten wurde er aber als erheblich rückfallgefährdet eingeschätzt. Die Behörden ordneten deshalb einen fürsorgerischen Freiheitsentzug an, um die Öffentlichkeit weiter vor ihm zu schützen.

Alle angefragten Institutionen lehnten es aber ab, den Dirnenmörder aufzunehmen. Weil das Familiengericht sie dazu auch nicht zwingen kann, kam er ab September 2012 in den Sicherheitstrakt der Strafanstalt Lenzburg, mit der Anordnung für «eine persönlichkeitszentrierte und deliktorientierte forensische Psychotherapie».

Der Dirnenmörder wehrte sich dagegen bis vor Bundesgericht. Dieses gab dann in seinem Entscheid vom 22. November 2013 vor, dass das Familiengericht die Psychotherapie für ihn in der JVA auf drei Sitzungen pro Woche ausdehnen müsse.

Tobi B. kann den Entscheid an das Obergericht weiterziehen.

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