Aarau

Aarauer Busbetrieb-Aktionäre beziehen erstmals Dividende

Die Gewinne, welche die Buschauffeure einfahren, sollen zu einem kleinen Teil auch den Aktionären zugute kommen.

Die Gewinne, welche die Buschauffeure einfahren, sollen zu einem kleinen Teil auch den Aktionären zugute kommen.

Der Verwaltungsrat der Busbetrieb Aarau AG (BBA) wird der Generalversammlung vom 12. Juni erstmalig die Ausschüttung einer Dividende von 5 Franken pro Aktie beantragen. Üblich ist das bei einem öffentlichen verkehrsunternehmen nicht.

Obwohl dies möglich wäre, ist es nicht üblich, an die Aktionäre öffentlicher Verkehrsbetriebe Dividenden auszubezahlen, einerseits aus Rücksicht auf die öffentliche Hand, welche nicht nur Leistungen einfordert, sondern auch bezahlt, und anderseits auf die Fahrgäste, die mit ihren Tickets im Fall der Busbetriebe Aarau AG rund 50 Prozent des Deckungsbeitrages erbringen.

Der Verwaltungsrat der Busbetrieb Aarau AG (BBA) wird der Generalversammlung vom 12. Juni erstmalig die Ausschüttung einer Dividende von 5 Franken pro Aktie beantragen.

Die Busbetrieb Aarau AG (BBA) offeriert dem Kanton Aargau ihre Leistungen nach wirtschaftlichen Kriterien mit einem ausgeglichenen Ergebnis und ohne Gewinn. «Resultiert aufgrund einer effizienten Leistungserstellung und/oder höheren Verkehrserträgen ein positiver Rechnungsabschluss, so besteht nach geltendem Recht die Möglichkeit einer Gewinnausschüttung», erklärt Verwaltungsratspräsident Peter Forster.

Der Kanton Aargau hat gemäss Forster zudem erklärt, dass auch der Gewinnvortrag der Busbetrieb Aarau AG aus dem Jahre 2011 von 189 000 Franken vollständig für Ausschüttungen an die Aktionäre zur Verfügung stehe. Im vergangenen Jahr hat der Verwaltungsrat der BBA zudem als weitere Grundlage ein «Reglement zur Gewinnverwendung» verabschiedet.

Statt 11 nur 5 Franken pro Aktie

Der 2012 erwirtschaftete Überschuss resultierte im Wesentlichen aus dem Ergebnis des Agglomerationsverkehrs.

«In Bezug auf die Verwendung dieses Gewinns hat sich der Verwaltungsrat nicht nur für die Bildung beziehungsweise Erhöhung einzelner Rückstellungen entschieden, sondern auch für die Zuweisung von zwei Dritteln des verbleibenden Gewinns an die Reserven der Unternehmung», erklärt Verwaltungsratspräsident Forster.

Der restliche Drittel entspricht einem Betrag von rund 177 000 Franken. Dieser Betrag könnte zusammen mit den erwähnten 189 000 an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Das entspräche einer Dividende von rund 11 Franken pro Aktie.

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung aber beantragen, es sei pro dividendenberechtigte Aktie ein Betrag von 5 Franken auszuschütten.

Peter Forster sagt: «Der Verwaltungsrat berücksichtigt damit einerseits die Bedürfnisse der Unternehmung, möchte aber andererseits den Aktionären eine minimale Verzinsung des von ihnen eingesetzten Kapitals ermöglichen.»

Wird es auch in den kommenden Jahren Überschüsse und Dividenden geben? «Der Busbetrieb Aarau AG (BBA) offeriert beim Besteller, dem Kanton, nach wirtschaftlichen Prinzipien und legt eine ausgeglichene Rechnung vor. Ein Gewinn kann in diesem Sinne nicht budgetiert werden und das würde auch nicht dem Verständnis des öffentlichen Verkehrs entsprechen.»

Allerdings seien, das habe sich in den letzten Jahren gezeigt, auch in Zukunft Überschüsse nicht ausgeschlossen. Solche seien vor allem bei den Nebenerträgen und Nebengeschäften (Werbeeinnahmen, Mieterträge usw.) realistisch.

Rund 140 Aktionäre

Die Busbetrieb Aarau AG hat rund 140 Aktionäre, Mehrheitsaktionärin ist die Stadt Aarau. Auch die Gemeinden Küttigen und Biberstein gehören dem Aktionariat an. Ein grosser Minderheitsaktionär ist die Eurobus, ein Unternehmen der Knecht Gruppe.

Peter Forster betont: «Der Verwaltungsrat hat bei seinem Antrag zur Gewinnverwendung die gesetzlichen Vorgaben und die vom Kanton Aargau kommunizierten Möglichkeiten umfassend berücksichtigt. Ebenso wurden die Bedürfnisse der Unternehmung mittels Bildung und Erhöhung von Rückstellungen sowie durch maximale Reserven-Zuweisungen beachtet.»

Der beantragte Betrag von 5 Franken pro Aktie erscheine wohl eher als gering, doch möchte der Verwaltungsrat damit dem Wunsch der Aktionäre nach einer minimalen Verzinsung des von ihnen eingesetzten Kapitals nachkommen.

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