Vier Kandidaten werden in einer fremden Stadt ausgesetzt und sind auf sich alleine gestellt: Das Format der neuen SRF-Serie «Stutz um Stutz» ist wie eine urbane Version von «Expedition Robinson». In St. Gallen – eine Stadt, die allen Kandidaten fremd ist – fanden im Januar die Dreharbeiten dazu statt. In der Sendung müssen die Kandidaten fünf Tage in der Stadt ausharren. Ohne Handy, ohne Kreditkarten, ohne Kontakte. Behalten dürfen sie lediglich die Kleider, die sie tragen, ihre Identitätskarte und 100 Franken Notgroschen.

Die Aufgabe: Möglichst viel Geld generieren. Die Spieler treffen sich erst in der vierten und letzten Folge, am Ende der fünf Tage, die sie überstehen müssen. Die Person, die dann am meisten Geld hat, darf über das Geld der anderen Spieler verfügen. Dafür müssen sie sich Arbeit suchen, um Geld zu verdienen, aber auch einen Platz zum Schlafen finden. Ausserdem müssen sie Essen auftreiben, und all das in einer Stadt, in der sie niemanden kennen. Die Serie wird vom SRF auch ein «Sozialexperiment» genannt – denn während der fünf Tage sind die Kandidaten auf die Hilfe Fremder angewiesen.

«Ich war stark verschuldet»

Bei der Sendung mit dabei ist der Aarauer Barkeeper Luca Huber. «Ich wollte mir beweisen, dass ich es schaffen kann», sagt er. Wieso? «Ich habe einen sehr speziellen Bezug zu Geld», erklärt er. «Ich war jahrelang stark verschuldet», schiebt er zögerlich nach. Es folgten Alkoholprobleme, verlorene Arbeitsstellen, Depressionen. Hubers Leben geriet ausser Kontrolle. Und doch schaffte er es wieder auf die richtige Bahn: «Mein jetziger Chef hat mir eine Chance gegeben.» Im «Max-Moriz» in der Aarauer Altstadt mixt der 26-Jährige heute Drinks und zapft Bier.

«Das klingt etwas seltsam, ein Barkeeper, der ein Alkoholproblem hatte», sagt er lachend. «Aber es ist überhaupt nicht schwierig, mit Alkohol zu arbeiten», fügt er an. Denn mit seinem Problem könne er mittlerweile umgehen, ausserdem könne er den Alkohol als Arbeitsmittel betrachten. In seinem neuen Job merkte Huber schnell: «Das Barkeepen ist genau mein Ding.» So suchte er auch in St. Gallen nach einer Bar, um etwas Geld zu verdienen.

Bei Ausstrahlung nicht dabei

Dass sich eine schwierige Lebenssituation ändern lässt, weiss der Aarauer. «Ich habe auch mitgemacht, um andern zu zeigen, dass man aus einer Lebenskrise wieder rauskommen kann», so Huber. Wie er dies rüberbringen wird, zeigt sich heute Abend auf SRF 1. Ob er den Sieg schafft, verrät der 26-Jährige noch nicht – denn die Spannung soll aufrechterhalten bleiben. Die Ausstrahlung kann sich Luca Huber jedoch selber nicht anschauen. Denn er steht heute im «Max-Moriz» hinter der Bar und bedient seine Gäste.