Aarau/Buchs
Was bei der Kreisschule nächstes Jahr das Budget prägt und wieso Eishockey-Spieler nun Kinder unterrichten

Die Schule kostet nächstes Jahr erneut mehr als zuvor. Das kann sie aber selber nur bedingt beeinflussen.

Nadja Rohner
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Das Mobiliar des neuen Schulhauses Risiacher in Buchs wird durch die Kreisschule bezahlt.

Das Mobiliar des neuen Schulhauses Risiacher in Buchs wird durch die Kreisschule bezahlt.

Michael Küng

Das grosse Budget der Kreisschule Aarau-Buchs (Bruttoaufwand: 20,145 Mio. Franken, netto 15,793 Mio. Franken) ist vom Schulparlament am Donnerstag mit lediglich kosmetischen Anpassungen durchgewunken worden. Den beträchtlichen Mehraufwand gegenüber dem Vorjahr (der Nettoaufwand liegt 816'900 Franken höher) begründet die Kreisschulpflege (künftig «Schulvorstand») unter anderem mit dem revidierten Lehrerlohnsystem, erstmals anfallenden Abschreibungen auf die Ausstattung des neuen Buchser Schulhauses Risiacher und den Ersatz der IT, der aufwendigen Schulraumplanung und der Zunahme der Anzahl der Schülerinnen um 130. Der Bruttoaufwand pro Schüler steigt von 3536 auf 3613 Franken. Total hat die KSAB 3559 Schülerinnen und Schüler.

Bemerkenswerter Budgetposten ist etwa die Anschaffung von Defibrillatoren an allen Schulstandorten, an welcher sich die Schule zur Hälfte und die Gemeinden zur anderen Hälfte beteiligen. Und: Die Schulen sollen mithelfen, die Finanzprobleme der Kunsteisbahn (KEBA) zu lösen. In den letzten zwei Jahren bezahlte die Kreisschule der Keba rund 65'000 Franken für Eintritte im Rahmen des Schulsports, Schlittschuhmieten und so weiter. Nun wurde ein neues Finanzierungsmodell erarbeitet, das die Schule fast das Doppelte kostet (55'000 Franken mehr). Es sei aber auch einfacher in der Handhabung, transparenter und führe zu einem breiteren Angebot, schreibt die Schulpflege im Budget.

Unter anderem dürfen die Schülerinnen und Schüler nun auch während der Freizeit gratis in die Keba. Und: Der Schulunterricht auf dem Eis wird künftig durch einen Spieler des EHC Argovia Stars begleitet. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt. Pro Schüler kostet das alles die Kreisschule 38 Franken (Kindergärtler gratis). Das neue Finanzierungsmodell kommt aber nur zur Anwendung, wenn die Suhrer Stimmberechtigten (als Keba-Verbandsgemeinde) ebenfalls Ja sagen zum entsprechenden Posten in ihrem Gemeindebudget. Wenn nicht, müssen alle Beteiligten nochmals über die Bücher.

Die Argovia Stars sollen künftig auf der Keba Schulkinder unterrichten.

Die Argovia Stars sollen künftig auf der Keba Schulkinder unterrichten.

Severin Bigler / SPO

Kritik am Budget gab es etwa von Joel Blunier (EVP, Buchs), der es stossend fand, dass bei der Schulraumplanung wiederholt auf das Büro Metron gesetzt wird, ohne dass eine Gegenofferte eingeholt worden wäre. Er frage sich ausserdem, warum keine Skaleneffekte durch bessere Beschaffungen in der fusionierten, grösseren Kreisschule sichtbar seien. Schulpfleger Marco Salvini gab zu verstehen, dass eine Analyse laufe, um solches Potenzial zu eruieren.

Der Buchser Gemeinderat und der Aarauer Stadtrat hatten sich in einer Stellungnahme mit dem Budget einverstanden erklärt, betonten aber, dass die Kreisschule mit jenen Ausgabeposten, die sie selber beeinflussen kann, «kostenbewusst» umgehen soll. Es handelt sich dabei um etwa 20 Prozent des Gesamtbudgets.

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