Aarau
Werden Quartierstrassen im Sommer verkehrsfrei?

Aarauer Daheimgebliebene sollen während der Ferien auf den Strassen spielen und einander begegnen können.

Daniel Vizentini
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Quartierstrassen, wie hier in der Telli, könnten während den Sommerferien zu verkehrsfreien Zonen werden.

Quartierstrassen, wie hier in der Telli, könnten während den Sommerferien zu verkehrsfreien Zonen werden.

Urs Helbling (24.7.2019)

Einwohnerrat Aaron Bürki (SP) hat ein Postulat eingereicht, damit geeignete Quartierstrassen oder Strassenabschnitte künftig temporär während der Sommerferien als sogenannte «Ferienstrassen» genutzt werden können. «Viele Aarauer Familien verbringen einen grossen Teil ihrer Sommerferien zu Hause», schreibt er. Auch einige junge Erwachsene, Arbeitstätige oder ältere Menschen verreisen meistens nicht und sind auf attraktive Freiräume in ihrer Umgebung angewiesen.

Weil während der Sommerferien auch das Verkehrsaufkommen niedriger ist, würde es sich anbieten, einzelne Quartierstrassen oder Strassen-
abschnitte in dieser Zeit verkehrsfrei zu machen, so das Postulat. Als «besonders dichte Nachbarschaften» mit «vergleichsweise wenig Grün und Freiräumen» erwähnt Aaron Bürki die Bleichemattstrasse, den Aeschbachweg, Teile der Laurenzenvorstadt sowie mehrere Strassen in der Telli.

Die Idee sei zudem vereinbar mit dem aktuell laufenden Projekt «Monamo» («Modelle nachhaltige Mobilität in Gemeinden»): Aarau hatte sich für die Teilnahme am Projekt vom Bundesamt für Energie beworben und im Juni als eine von fünf Ortschaften des Landes den Zuschlag erhalten. Innovative Ansätze für nachhaltige Mobilität sollen nun erprobt und entwickelt werden.

Als Beispiel werden bei «Monamo» die «Spielstrassen» erwähnt: An 20 Nachmittagen während fünf Jahren sollen die jeweiligen Strassenabschnitte für den Verkehr gesperrt und zur freien Nutzung geöffnet werden. Damit würde bereits Ende dieses Jahr begonnen. Aaron Bürkis «Ferienstrassen» würden dazu als Ergänzung dienen, wie er schreibt, und der Nachbarschaft ermöglichen, längere und aufwendigere Projekte umsetzen statt nur solche, die an einem Nachmittag stattfinden.

Soziale Netzwerke in den Quartieren würden gestärkt

Dadurch, dass Anwohnende mehr Freizeit in ihrem Quartier verbringen, könnten die dortigen sozialen Netzwerke gestärkt werden, steht in den Plänen zu «Monamo». Für die «Ferienstrassen» könnten die «Kits für Strassenfeste» von «Monamo» genutzt werden.

In Zürich sei ein ähnliches Projekt «ein voller Erfolg» gewesen, schreibt Aaron Bürki. Jung und Alt hätten dort nebst Spielmöglichkeiten auch einen Ort zum Experimentieren gefunden. In einer temporären Werkstatt wurden Sitz- und Liegemöbel gezimmert. Anwohnende bepflanzten gemeinsam auch mehrere Urban-Gardening-Beeten. Die Menschen im Quartier hätten sich dadurch besser kennen gelernt.

Auch in Aarau sollen verkehrsfreie Strassen von Nachbarschaft und ansässigem Gewerbe ansprechend gestaltet werden. Die SP-Fraktion bittet den Stadtrat nun, geeignete Quartierstrassen oder Strassenabschnitte zu definieren, die während der Sommerferien temporär als Ferienstrassen und Aufenthaltsorte genutzt werden könnten.

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