Aarau
Vizestadtpräsident Werner Schib (Mitte) kandidiert erneut: «Als Kind spielte ich auch mal den Blocher»

Zehn Männer und Frauen wollen (wieder) in den Aarauer Stadtrat. Die AZ stellt sie anhand eines standardisierten Fragebogens vor. Heute: Werner Schib (Die Mitte).

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Der Aarauer Vizestadtpräsident Werner Schib im Gespräch zu den geplanten Bauvorhaben in Aarau. Aufgenommen am 09. Februar 2021.

Der Aarauer Vizestadtpräsident Werner Schib im Gespräch zu den geplanten Bauvorhaben in Aarau. Aufgenommen am 09. Februar 2021.

Britta Gut

Was stört Sie an Aarau?

Werner Schib: Aarau ist eine wunderbare Stadt mit einer hohen Lebensqualität. Aber die Menschen in Aarau (und anderswo) dürften ein bisschen mehr Rücksicht nehmen: auf Natur und Umwelt (Abfall) und auf die Mitmenschen (die eigenen Interessen müssen nicht immer im Vordergrund stehen).

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus?

Zwölf Stunden tagsüber ohne Handy geht in den Ferien und (selten) am Wochenende gut.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Mit Freundinnen und Freunden habe ich schon als Kind «Politik» gespielt; wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, spielte ich auch mal den «Blocher». Heute fasziniert es mich, meine Heimatstadt mitgestalten zu können und für deren positive Weiterentwicklung mitverantwortlich sein zu dürfen.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Er ist kein guter Politiker. Andreas Glarner fehlt es meiner Meinung nach an Augenmass und an Verantwortungsgefühl.

Ein Ur-Aarauer

Werner Schib (49) ist mit Annemarie Schib-Dubs verheiratet und hat ein Kind. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Notar. Schib ist im Aarauer Schlachthof aufgewachsen und war «Pelikan» in der Pfadi St.Georg Aarau. Seit 2014 ist er für «Die Mitte» Stadtrat und seit 2018 Vizepräsident.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

In Aarau geben wir nicht zu viele Steuergelder aus. Generell sind die Gesundheitskosten in der Schweiz zu hoch. Dafür werden neben den Krankenkassenprämien auch viele Steuergelder ausgegeben. Wichtig ist, dass die gesamten Steuern- und Gebührenbelastungen nicht stärker wachsen als das Wirtschaftswachstum.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuer-Franken ausgeben?

Die nächste Generation soll auch etwas haben. Ich würde den Betrag daher dem städtischen Fonds zuweisen oder in Liegenschaften investieren – als Reserve für schwierigere Zeiten und als Einnahmequelle (Dividenden bzw. Zinsertrag).

Trauern Sie dem Zukunftsraum nach?

Demokratisch zu Stande gekommenen Entscheiden trauere ich nicht nach. Die Zeit war offensichtlich noch nicht reif. Ich bin überzeugt, dass es in ein paar Jahren anders aussieht. Ein Zusammengehen der Regionsgemeinden mit Aarau würde einen Mehrwert schaffen. Der Gestaltungsspielraum würde grösser, die Ressourcen könnten effizienter genutzt werden, die Standortattraktivität von Aarau würde erhöht.

Haben Sie Verständnis für die Einsprecher gegen das Stadion?

Teils, teils. Es gibt wohl Einsprecher, die demokratisch gefasste Entscheid nicht akzeptieren können. Dafür habe ich kein Verständnis. Anderseits gibt es aber auch Einsprecher, die (subjektiv betrachtet) berechtigte Gründe für eine Einsprache haben.

Warum könnten Sie sich vorstellen, in einer Telli-«Staumauer» zu wohnen?

Im Kindergarten zwischen zwei «Staumauern» habe ich mich wohlgefühlt. Die Wohnungen sind optimal besonnt, viele werden nun renoviert. Es hat viel Platz zwischen den Häuserzeilen. Einkaufsmöglichkeiten und der Naherholungsraum an der Aare sind zu Fuss erreichbar bzw. in unmittelbarer Nähe. In der Telli tragen viele aktive Menschen zu einem lebendigen Quartier bei.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Mir gefallen meine Fähigkeit, das Wesentliche zu erkennen, meine Dossierfestigkeit, die Gabe, nicht alles (auch mich nicht) so ernst zu nehmen, und meine Brusthaare!

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