Aarau
Verwirrung an der Kreuzung Tellirain: Drei Velofahrende gebüsst

Rechtsabbiegen in die Laurenzenvorstadt bei Rot ist für Velofahrer, die von der Tellistrasse kommen, erlaubt. Verboten ist es allerdings, zuerst in die Laurenzenvorstadt einzubiegen, um so in die Poststrasse zu gelangen. Für Velofahrer unverständlich.

Zara Zatti
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Rechts abbiegen ja, Einmünden in die Poststrasse nein: Die Kreuzung beim Tellirain verwirrt.

Rechts abbiegen ja, Einmünden in die Poststrasse nein: Die Kreuzung beim Tellirain verwirrt.

Zara Zatti

Velofahrer, die bei Rot schon einmal vom Telllirain kommend in die Poststrasse eingebogen sind, dürften dies wohl im Glauben getan haben, dass sie sich an die Verkehrsregeln halten. Anders sieht das die Stadtpolizei Aarau. Wie eine Velofahrerin dieser Zeitung berichtet, sei sie dafür gebüsst worden. Unverständlich, wie sie findet: «Meiner Meinung nach ist die Praxis der Stadtpolizei klar unzulässig.»

Die Situation am Tellirain sieht folgendermassen aus: Für Velofahrer ist das Rechtsabbiegen bei Rot seit kurzem erlaubt, weil es eine Gesetzesänderung gab und zudem das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons zum Schluss kam, dass dies an besagter Stelle nicht gefährlich ist. Signalisiert wird die Rechtsabbiegeerlaubnis durch ein kleines Schild neben dem Rotlicht der Ampel. Der Velofahrerin, welche die Busse von 60 Franken kassiert hat, sei von der Stadtpolizei allerdings erklärt worden, dass das Einbiegen in die Poststrasse als «geradeaus» und nicht als Rechtsabbiegen gelte.

Um in die Poststrasse zu gelangen, muss man zuerst rechts auf die Laurenzenvorstadt einbiegen, um dann sogleich einen Spurwechsel vorzunehmen. «Sofern man bei diesem Spurwechsel den Verkehr von Seiten Kreuzplatz beachtet, ist das auch überhaupt kein Problem», sagt die Velofahrerin und fügt an: «Geradeaus würde für mich der Weg in die Kirche Peter und Paul bedeuten.»

Sie ist nicht die Einzige, die diese Woche am Tellirain gebüsst wurde. Laut Stadtpolizei haben bei einer Kontrolle am Mittwoch drei Velofahrende eine Busse kassiert. Die Situation am Tellirain ist tatsächlich verwirrend, vor allem, weil es laut Signalisation am Boden gar keine Möglichkeit gibt, geradeaus zu fahren, vorhanden sind nur Pfeile, die nach links und nach rechts zeigen.

Um in die Poststrasse zu gelangen, muss man zuerst auf die Laurenezenvorstadt einbiegen.

Um in die Poststrasse zu gelangen, muss man zuerst auf die Laurenezenvorstadt einbiegen.

Google Maps

Die Frau, die den Vorfall gegenüber der AZ geschildert hat, sagt, sie habe nicht vor, die Busse zu bezahlen. «Ich überquere jeden Morgen die Kreuzung, ich habe mir lange überlegt, ob das Einbiegen in die Poststrasse erlaubt ist. Dass dem nicht so sein soll, wird aus der Beschilderung einfach nicht klar.»

Laut Signalisation am Boden gibt es kein geradeaus, sondern nur ein links oder rechts.

Laut Signalisation am Boden gibt es kein geradeaus, sondern nur ein links oder rechts.

Zara Zatti

Die Stadtpolizei möchte sich nicht zur konkreten Situation beim Tellirain äussern, weil es sich um ein laufendes Rechtsverfahren handle. Sie schreibt aber, den gebüssten Personen stehe es frei, die Busse zu akzeptieren oder abzulehnen und den Rechtsweg zu beschreiten. Dass die Regelung zu Verwirrung und Ärger bei Velofahrern führe, davon habe die Polizei bis anhin keine Kenntnis gehabt. «Die Stadtpolizei wird das BVU darum ersuchen, die Signalisation für Radfahrende in Bezug auf den Strassenverlauf am erwähnten Ort noch einmal auf deren Verständlichkeit zu prüfen», heisst es in der schriftlichen Antwort.

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