Vandalenakt
Skulptur auf Aarauer Kunsthaus-Dach massiv beschädigt – der Ort ist zum Problem-Hotspot geworden

Am 12. Juni startet die Ausstellung «Schweizer Skulptur seit 1945» im Aargauer Kunsthaus Aarau. Bespielt werden die Innen- und Aussenräume. Letzteres hat nun schon ein Opfer gekostet, bevor die Ausstellung überhaupt losgegangen ist.

Nadja Rohner
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Die 4,8 m hohe Skulptur «Gratte-ciel» (2008) des Westschweizer Künstlers Gilles Porret auf dem Dach des Aargauer Kunsthauses wurde massiv beschädigt.

Die 4,8 m hohe Skulptur «Gratte-ciel» (2008) des Westschweizer Künstlers Gilles Porret auf dem Dach des Aargauer Kunsthauses wurde massiv beschädigt.

Leserreporter

Vom 12. Juni bis am 26. September zeigt das Aargauer Kunsthaus Aarau eine umfassende Ausstellung zum Thema «Schweizer Skultpturen». Gezeigt werden 230 Werke von 150 Kunstschaffenden im Kunsthaus selber, aber auch auf der Dachterrasse und im Rathausgarten. Dass nicht alles hinter Schloss und Riegel gehalten wird, hat Nachteile. Noch vor Start der Ausstellung wurde das erste Kunstwerk auf dem öffentlich zugänglichen Dach des Kunsthauses beschädigt, wie Bilder eines Passanten zeigen.

Kunsthaus-Sprecherin Christina Omlin bestätigt: «Mit grossem Bedauern haben wir festgestellt, dass die 4,8 Meter hohe Skulptur ‹Gratte-ciel› (2008) des Westschweizer Künstlers Gilles Porret massiv beschädigt wurde. Es ist nicht klar, ob das Werk zur Eröffnung der Ausstellung wieder in Stand gestellt werden kann.» Der Schaden sei «beträchtlich». Das Kunsthaus habe die Polizei informiert und werde Anzeige gegen Unbekannt einreichen.

«Das Kunstwerk ‹Gratte-ciel ›-Wolkenkratzer – wurde auf der Dachterrasse gut gesichert und aus logistischen Gründen bereits einige Tage vor der Eröffnung aufgestellt», erklärt Christina Omlin weiter. Sie bestätigt, was Anwohnern auch schon aufgefallen war: «Die Dachterrasse ist nicht das erste Mal Schauplatz von Vandalismus, allerdings nicht in diesem Ausmass. Bisher handelte es sich zum Beispiel um eingeschlagene Glasscheiben. Das Team des Aargauer Kunsthauses beobachtet im Bereich der Dachterrasse aber eine Zunahme seit ungefähr einem Jahr. Die Aarauer Polizei wurde darauf bereits aufmerksam gemacht und patrouilliert regelmässig. Ausserdem ist nachts auch eine Sicherheitsfirma im Einsatz.»

Das Konzept des Kunsthauses bleibt

An seinem Konzept will das Kunsthaus aber nichts ändern. Omlin betont:

«Trotz dieser sehr bedenklichen Vorfälle finden wir es wichtig, Kunst im Aussenraum zu präsentieren, um so ein niederschwelliges Angebot anbieten zu können.»

«Seit vielen Jahren sind Objekte und Skulpturen der Sammlung des Aargauer Kunsthauses im angrenzenden Rathauspark ausgestellt und sind Teil des Parks geworden, ohne beschädigt zu werden. Wir freuen uns darum, der Aargauer Bevölkerung die neuen Skulpturen vom 12. Juni bis zum 26 September zeigen zu können. Sie werden temporär ausgestellt und danach wieder abgebaut.»