Aarau
Telli Aarau: Aus dem einstigen Kleintierzoo soll ein Eventlokal werden

Wo einst Meerschweinchen, Esel und Hühner daheim waren, soll ein Eventlokal mit Bistro entstehen. Das geht aus einem Baugesuch zur energetischen Sanierung des Gebäudes hervor. Das Konzept ist aus dem partizipativen Verfahren mit den Bewohnern der Telli-Blöcke entstanden.

Katja Schlegel
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Der Kleintierzoo in der Telli im Juni 2020.

Der Kleintierzoo in der Telli im Juni 2020.

Nadja Rohner

Im Juni 2020 hat die Liegenschafsbesitzerin AXA mit Beginn der Sanierungsarbeiten der «Staumauern» den Kleintierzoo in der Telli geschlossen. Damals hiess es, Pläne für die künftige Nutzung des Areals würden in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit den Anwohnern, dem Quartierverein und dem Gemeinschaftszentrum Telli entwickelt.

Jetzt liegt das Baugesuch für die energetische Sanierung von «TelliOase» und Judoklub auf (noch bis 4. Januar). 3000 Quadratmeter Raum sollen saniert werden, dazu kommen Umgebungsarbeiten. Kostenpunkt: insgesamt 3,85 Millionen Franken.

Wichtigste Veränderung: Aus dem ehemaligen Kleintierzoo wird ein Eventlokal, die «TelliOase». Dieses umfasst eine Eventküche (für Bistrobetrieb, Kochkurse, Catering, auch für Laien bedienbar) mit kleinem Saal (für 20 Personen), einen grossen Saal (80 Personen, mit Kletterbereich und Spielnische für Kinder) sowie Nebenräume wie Toilettenanlagen, Lager und Technikraum.

Es soll ein Ort der Erholung und des Zusammenkommens werden

Zur «TelliOase» schreibt die Itoba AG im Nutzungskonzept, dass sich hier «Alteingesessene» und Neuzuzüger begegnen sollen, Menschen aller Herkunft und Schichten. «Auf diese Weise fördert die ‹TelliOase› nachhaltig die nachbarschaftlichen Beziehungen und den Umgang miteinander und beugt möglichen Konflikten vor.»

Leitziele seien die Förderung der Lebensqualität, Partizipation und Selbsthilfe, Beratung und Betreuung, Begegnung und Integration, spezielle Integrationsangebote sowie Bildung. Lauter Wünsche und Bedürfnisse, die im partizipativen Verfahren mit den Bewohnern eruiert wurden. Und im Baubeschrieb steht: «Die Teilnehmenden einigten sich auf den neuen Namen ‹TelliOase›, da das Bild der Oase genau die Stimmung vermittelt, in welche die Besuchenden tauchen können: Erholung, Ruhe Zusammenkommen, Aufschnaufen.»

Nebst einem Gastroangebot soll die «TelliOase» auch durch Private, durch Chöre, Theatergruppen, Spielgruppen, Vereine, Seniorentreffs, die Jugendarbeit oder den Prozessor Aarau genutzt werden können. Um eine zeitgleiche Mehrfachnutzung zu gewährleisten, soll der grosse Saal mit Schiebeelementwänden unterteilt werden können.

Finanziert wird «TelliOase» durch die AXA

Das Bistro soll Getränke und Snacks im Angebot haben, keine Menus. Betrieben werden soll es durch einen externen Betreiber, es soll keine Konsumpflicht gelten. Mögliche Betriebszeiten für sieben Tage die Woche wären für den Innenbereich von 7 bis 5 Uhr, im Aussenbetrieb/Terrasse von 7 bis 22 Uhr.

Der Aussenbereich (für 50 Personen) soll sowohl für den Bistrobetrieb als auch für weitere Nutzungen dienen, beispielsweise für Nachbarschaftsgrill, Pétanque oder eine Gartengruppe. Angedacht sind beispielsweise ein Trinkbrunnen, Pflanzkisten, eine Grillstelle sowie ein überdeckter Sitzplatz. Im Plan zur Umgebungssituation sind zudem ein Pumptrack, ein Robinsonspielplatz, verschiedene Sitzbänke sowie eine Kletterskulptur mit Baumhütten eingezeichnet.

Für den Betrieb der «TelliOase» soll eine professionelle soziokulturelle Koordinationsstelle zuständig sein, die sich mit um die Programmierung von Events, Raumvermietung, Freiwilligenkoordination und Öffentlichkeitsarbeit kümmert.

Finanziell getragen wird die «TelliOase» durch die AXA. Angestrebt wird, dass die Gastrobetreiber für den Betrieb und den Unterhalt zuständig sind, im Gegenzug aber die Einnahmen aus dem Betrieb behalten. Mit den Mieteinnahmen soll die Instandstellung der Infrastruktur gedeckt werden. «Somit bleiben die Kosten die Koordinationsstelle, die finanziert werden müssen», so das Konzept.

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