Aarau
Steuerfusssenkung? Stadtpräsident nimmt das Wort in den Mund

Es gibt Hoffnung für die Steuerzahler in der Kantonshauptstadt. Die Finanzen entwickeln sich so, dass eine Senkung des Steurfusses von 97 Prozent mittelfristig ein Thema wird.

Urs Helbling
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Zufrieden mit dem Budget 2022: Der Aarauer Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (56, FDP).

Zufrieden mit dem Budget 2022: Der Aarauer Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (56, FDP).

Zvg / Aargauer Zeitung

In den letzten Jahren hat die SVP stets lautstark versucht, in Aarau eine Steuerfusssenkung zu erwirken. Dieses Jahr hält sie sich zurück. Aber eines ihrer Mitglieder hat auf petitio.ch eine Petition für eine sofortige Senkung von 97 auf 94 Prozent lanciert. Ein tieferer Steuerfuss könnte sich mittelfristig geradezu aufdrängen, wenn sich die Trends bestätigten, die gestern Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker an einer Medienkonferenz präsentierte.

Im auf die kommenden fünf Jahre ausgerichteten Politikplan wird zwar bis Ende 2026 von einem Steuerfuss von 97 Prozent ausgegangen. Doch Hilfiker erklärte gestern im Hinblick auf den Rechnungsabschluss 2021: «Wenn es wieder ein gutes Ergebnis gibt, müssen wir eine Steuerfusssenkung diskutieren – dies im Einklang mit der anstehenden kantonalen Steuergesetzrevision.» Der Stadtrat befürchtet hier Ausfälle in schmerzhafter Höhe. Weil der Gesetzgebungsprozess aber noch nicht abgeschlossen ist, gibt es aus Aarauer Sicht noch Hoffnung.

Statt eines Verlustes gibts wohl mindestens eine schwarz Null

Die Eckwerte des Budgets 2022 der Stadt Aarau sind schon länger bekannt. Die Finanz- und. Geschäftsprüfungskommission (FGPK) wird sich am kommenden Dienstag über die Zahlen beugen, der Einwohnerrat am 27. September entscheiden. Die provisorischen Zahlen per Ende Juni zeigen, dass die Stadt finanziell nicht allzu stark unter Corona leidet. Die Delle werde mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht so tief sein, wie man das erwartet habe, erklärte Hilfiker. Budgetiert war beim operativen Ergebnis ein Fehlbetrag von 4,8 Millionen Franken.

Ende Juni rechnete man noch mit einem Verlust von 2,7 Millionen Franken. Gestern sagte Hilfiker: «Es ist durchaus möglich, dass wir in Richtung einer schwarzen Null kommen.» Für 2022 rechnet der Stadtrat wieder normale Verhältnisse, also erwartet er kaum mehr Corona-Einflüsse. Weil es bei einer «schwarzen Null» keinen Vermögensverzehr geben wird, bei schwarzen Zahlen sogar einen weiteren Vermögensaufbau, wird das Pro-Kopf-Vermögen in Aarau 2022 auf über 4500 Franken steigen.

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