Gewerbe

Aarau soll «City-Manager» bekommen

Der neue «City-Manager» soll die hohe Qualität des Detailhandels in Aarau hochhalten.

Er solle Leerstände verhindern und die Innen-, vor allem aber die Altstadt beleben. Sowohl punkto Detailhandel als auch Gastronomie.

400 Geschäfte, 2500 Mitarbeiter, 500 Millionen Franken Umsatz: Der Aarauer Detailhandel ist eine wirtschaftliche Grösse. Und er braucht sich nicht zu verstecken. «Wir sind im Bereich der Detailhandelsqualität sehr weit vorne», erklärte Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker am Herbstanlass des Zentrum Aarau.

Und ein anderer Teilnehmer meinte: «Uns in Aarau geht es schlecht – aber auf einem sehr hohen Niveau.» Der Experte Vincent Segessemann von der Hattrick Unternehmensberatung machte ein Kompliment: «Aarau ist auf einem guten Weg und hat die Chance, eine Vorreiterrolle zu übernehmen.» All das immer im Vergleich zu anderen Kleinstädten.

Aber es läuft nicht alles so, wie es sollte. Und das wissen die Mitglieder des Zentrums, der Vereinigung der Aarauer Einkaufsläden, selber am besten: «Seit 13 Jahren drehen wir uns im Kreis.» Jetzt soll ein Befreiungsschlag kommen: mit der Schaffung der Stelle eines City-Managers. So eine Funktion kennt im Aargau bereits Rheinfelden, das sich in einer weit schwierigeren Situation befindet als Aarau. In anderen Städten, etwa Luzern oder St. Gallen, laufen vergleichbare Diskussionen.

Proaktives Immobilienmanagement

Bis im nächsten Frühling soll die Finanzierung der Stelle gesichert sein: Die Stadt und die interessierten Vereinigungen, allenfalls auch Hauseigentümer, sollen je die Hälfte übernehmen. So will auch das Zentrum sich überlegen, wie es sich beteiligen kann. Die Stimmung am überdurchschnittlich gut besuchten Herbstanlass war positiv.

Andreas Burri, Leiter Sektion Wirtschaft, skizzierte, was die Aufgaben eines City-Managers sein könnten: Beratung der unterschiedlichen Stakeholder in Fragen des Detailhandels und der Gastronomie; proaktives Immobilienmanagement und -vermarktung zur Verhinderung von Leerständen; Koordination der Projekte zur Förderung des Detailhandels und der Gastronomie; Monitoring der neusten Trends und Entwicklungen; Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit.

Dies alles soll auf der Basis der Studie geschehen, die die renommierte Unternehmensberatungsfirma Hattrick über Aarau gemacht hat. Von ihr kommt der Kick zur Schaffung des City-Managers.

«Es wird schwierig werden, diesen Mann zu finden», erklärte ein Diskussionsteilnehmer. Es solle nicht ein Zürcher sein, der mit den hiesigen Verhältnissen nicht vertraut sei. Die Stelle dürfte ausgeschrieben werden, wenn die Finanzierung gesichert ist. Die Stadt hofft, ihren Anteil mittels der zusätzlichen Einnahmen finanzieren zu können, die die neuen digitalen Plakate der APG abwerfen sollen.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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