Aarau
Petitionäre fordern neue Sandstrände bei der Kraftwerksinsel als Ersatz für die verlorenen Sandbänke

Fiona Wiedemeier und Andreas Holenstein haben letzten Sommer die Petition «Wir wollen die Aare zurück» lanciert. Mit der nun vorliegenden Antwort des Stadtrats sind sie nur teilweise zufrieden.

Nadja Rohner
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Fiona Wiedemeier und Herr Holenstein reichten eine Petition ein.

Fiona Wiedemeier und Herr Holenstein reichten eine Petition ein.

Britta Gut

Im Frühsommer 2020, mitten im ersten Lockdown, gab es Ärger an der Aare: Der Kanton Solothurn hatte die bei Aargauer Sünnelern beliebten «Sandbänke» gesperrt. Sie liegen vor den Toren der Stadt Aarau, aber auf Gebiet von Erlinsbach SO. Bestimmte Gebiete des Naturreservats Grien sind nun der Natur vorbehalten, es herrscht ein Betretverbot.

Wenige Monate nachdem dies publik geworden war – und nachdem zahlreiche Verstösse gegen das Verbot gebüsst wurden –, lancierten die Aarauer Grünliberalen Fiona Wiedemeier und Andreas Holenstein die Petition «Wir wollen die Aare zurück». Sie forderten darin vom Stadtrat ein Konzept, «wie die Aare als Naherholungsraum für uns Aarauerinnen und Aarauer zurückgewonnen werden kann». Dies auch im Hinblick auf den Eniwa-Kraftwerksneubau, der mit dem Verlust des Mitteldamms einhergehen wird.

Stadtrat hat das Thema aufgenommen

Der Stadtrat hat die von 558 Personen unterzeichnete Petition nun beantwortet. Er schreibt, er plane zusammen mit der Gemeinde Erlinsbach AG ein Naherholungskonzept für die Freiräume zwischen den beiden Gemeinden. Zudem sei ein «neuer Vorschlag» für die Gestaltung des Südufers östlich der Kettenbrücke (2014 an der Urne abgelehnt) in Vorbereitung, 2022 gebe es hierzu ein partizipatives Verfahren.

Auch weist der Stadtrat auf die «massgeblichen Aufwertungen für die Naherholung wie auch für die Biodiversität» hin, die mit dem Kraftwerksneubau einhergehen würden. Nach dem Rückbau des Werkhofs auf der Aare-Insel entstehe dort ein grosser Wasserspielplatz für Kinder, ausserdem Amphibienteiche und Flachwasserzonen; ausserdem sei «das Schwimmerlebnis» nach der Entfernung des Mitteldamms «familienfreundlicher» dank milderer Strömung, zusätzlicher Ein-und Ausstiegsmöglichkeiten und Sanitäranlagen.

Petitionäre fordern weitergehende Massnahmen

Die Petitionäre sind nur mässig zufrieden. Sie zeigen sich auf Anfrage «erfreut über das grundsätzliche Commitment des Stadtrats zum Naherholungsraum Aare», fordern aber weitergehende Massnahmen. «Ein grosser Teil des Naherholungsraumes an der Aare liegt in Erlinsbach SO. Ausgerechnet mit dieser Gemeinde plant die Stadt kein gemeinsames Naherholungs- und Freiraumkonzept.» Auch betonen sie, dass das Südufer westlich der Kettenbrücke «wenig attraktiv» sei, da es sich um stark infrastrukturbezogene Erholungsräume (Sommerbeizen, Freibad) handle. «Seit dem Verlust der Sandbänke fehlen an der Aare die naturnahen Freiräume», schreiben sie. Also solche, die etwas abgelegen, mit dem Velo aber innert weniger Minuten erreichbar seien.

Die Petitionäre hoffen nun, dass mit dem Kraftwerksneubau das «riesige Potenzial» für eine «bedürfnisorientierte Gestaltung des Aare-Raums» vorwärtsgetrieben werde. Etwa durch Aufschüttung von Kies- und Sandstränden bei der Kraftwerksinsel als Ersatz für die verlorenen Sandbänke. «Hier muss der Stadtrat jetzt Nägel mit Köpfen machen.»